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Schlummern – Flugzeug-Schlaf: Männer dösen leichter, Frauen brauchen länger

§ February 15th, 2017 § Filed under Luftfahrt § Tagged , Comments Off on Schlummern – Flugzeug-Schlaf: Männer dösen leichter, Frauen brauchen länger

Nickerchen über den Wolken: Wenn es um das Thema Schlafen im Flugzeug geht, scheiden sich die Geister. Während die einen schon beim Schließen der Türen ins sprichwörtliche Reich der Träume fallen, bekommen andere selbst auf einem 13 Stunden-Flug kein Auge zu. Holiday Extras, ein auf Reise-Extras spezialisierte Unternehmen aus München, hat eine Umfrage rund ums Schlummern in 11.000 Metern Höhe durchgeführt. Rund 1.000 Teilnehmer haben sich an der Studie beteiligt.

Ein Drittel schläft leicht mal ein:

Rund 31 Prozent der Befragten gaben an, überall schlafen zu können. Daher fällt es diesen Passagieren auch nicht schwer, auf dem Flug in einer engen Economy Class zu schlummern. Knapp 17 Prozent sehen das jedoch ganz anders. Sie schlafen während der Reise in der Luft praktisch keine Minute. Mit knapp 29 Prozent gab etwa ein Drittel an, zumindest mal kurz weg zu dösen.

Herren dösen schneller:

Schaut man sich die Antworten je nach Geschlecht an, fällt auf, dass sich die Herren der Schöpfung etwas leichter tun. Von denen, die im Flieger gut schlafen können, gehen gut 60 Prozent auf das Antwortkonto von Männern.

Musik als Mittel zur Beruhigung:

Neben der Fähigkeit, im Flugzeug zu schlafen, hat Holiday Extras auch nachgeforscht, was Reisende tun, um den süßen Träumen nachzuhelfen. Knapp 25 Prozent versuchen, den Schlaf mit Musik zu fördern. Nur gut sechs Prozent greifen zu einem Glas Wein oder Bier. Noch ein halbes Prozentpunkt weniger nutzt die Wirkung von Schlaftabletten.

Herren greifen eher zu Tabletten:

Nach Geschlechtern betrachtet, scheinen Frauen ganz besonders auf die Wirkung von Klang zu reagieren. Rund zwei Drittel der Befragten, die Musik als Einschlafhilfe nannten, sind Damen. Genau umgekehrt sieht es bei der Verteilung aus, wenn man sich ansieht, ob Reisende zu Wein und Bier greifen. Auch bei den Pillen tendieren mit knapp 59 Prozent deutlich mehr Herren der Schöpfung zu diesem Hilfsmittel. (red, 6.2.2017)

Gesehen auf:

derstandard.at/2000052181037/Flugzeug-Schlaf-Maenner-doesen-leichter-Frauen-brauchen-laenger

Katalonien: Ein starkes Comeback

§ January 28th, 2017 § Filed under Reisetipps § Tagged Comments Off on Katalonien: Ein starkes Comeback

Dass ich Katalonien endgültig verfallen war, merkte ich, als mir sehr heiß wurde. Ich meine nicht am Strand – es gibt herrliche Strände in Katalonien, aber die gibt es ja woanders ebenso. Ich meine auch nicht beim Wandern im Priorat, obwohl Wandern im Priorat mit das Schönste ist, was man im Leben machen kann. Nein, ich meine beim Correfoc.

Correfoc, das heißt Feuerlauf und ist in fast jeder katalanischen Gemeinde der Höhepunkt der Festa Major – des jährlichen mehrtägigen Sommerfestes zu Ehren der örtlichen Schutzheiligen. Beim Correfoc drücken diese Heiligen ein Auge zu, denn da ist der Teufel los. Buchstäblich. Da tut die Hölle ihren Schlund auf und entlässt ihre Kreaturen: Drachen und Feuerbestien aller Art, bis hin zu Flammen speienden Riesenmaultieren. Und um diese pyromanischen Pappmaschee-Monster herum wimmeln Mengen von rasenden Dämonen, die Funken sprühende Forken schwingen. Der Donner der Trommeln und das Quäken der gralles, der katalanischen Schalmeien, gehen bald unter in dem Lärm, mit dem das Pandämonium Jagd aufs Publikum macht. Wer dabeisteht, wird gnadenlos mit hineingerissen in den Taumel aus Licht und Krach und Hitze; wird durchgeschüttelt, aufgerüttelt, durcheinandergewirbelt; und tastet sich dann irgendwann, rußverschmiert und schweißgebadet, aus einem ganz anderen Bewusstseinszustand wieder zurück in die Normalität.

 

Wenn es darum geht, Katalonien oder die Katalanen zu charakterisieren, muss oft das Brauchtum herhalten. Vorzugsweise die Sardana, der komplizierte Ringelpiez, zu dem der Künstler Santiago Rusiñol das Bonmot prägte: “Die Sardana hat den Rhythmus Kataloniens – das Herz tanzt, der Kopf rechnet.” Oder auch die castells, die berühmten Menschentürme, deren Bau in Katalonien Volkssport ist und ein besonders eindrucksvolles Sinnbild für die Tugend des sozialen Zusammenhalts abgibt. Ich finde aber den Correfoc genauso vielsagend. Als Ritual, um “mal alles rauszulassen” und ein Tänzchen mit den Dämonen, auch den eigenen, zu wagen. Ein Ritual übrigens, das über Jahrhunderte erprobt ist und bei dem die Einzigen, die sich verletzen, leichtsinnige Touristen sind. Wenn Sie also mitwirbeln wollen, ziehen Sie bitte keine Sonntagskleidung an, Kapuze und Augenschutz verstehen sich von selbst.  

So ein Correfoc ist das Hochamt der rauxa. Und rauxa (gesprochen “rauscha”) ist das, wonach es klingt: ein Zustand der Übergeschnapptheit, der einem alten Klischee zufolge die eine Seite des katalanischen Wesens ausmacht. Die andere Seite ist demnach seny (gesprochen “senj”) – Besonnenheit, Vernunft, Geschäftssinn. Um die vermeintlich nüchternen Katalanen gegen die ach so impulsiven Spanier abzugrenzen, hieß es bei dieser Zuschreibung früher gebetsmühlenhaft, seny sei die Regel und rauxa die seltene Ausnahme. Man macht ja auch nicht jede Woche einen Correfoc. In den letzten Jahren aber hat sich das katalanische Image gerade in Deutschland stark in Richtung rauxa verschoben: Wie können die so verrückt sein, sich von Spanien loslösen und ihren eigenen Staat gründen zu wollen?

 

Das lassen Sie sich am besten von ihnen selbst erklären. Hier nur so viel: Haben Sie bitte Verständnis dafür, dass die Unabhängigkeitsdebatte für viele Katalanen und auch für viele Spanier ein riesiges und sehr aufwühlendes Thema ist. Und versuchen Sie es weniger einseitig zu betrachten, als es die deutsche Presse oft tut. Wenn es um den katalanischen independentisme geht, übernehmen die Korrespondenten, die ja durchweg in Madrid sitzen, erstaunlich unkritisch die Haltung spanisch-zentralistischer Kreise. Da ist viel ranziges Ressentiment im Spiel, auch immer noch viel unverdaute Propaganda aus der Franco-Zeit, als der Diktator aus Spanien eine rückständige Monokultur machen wollte.

Je nach politischen Vorlieben mag man die katalanisch-spanische Geschichte unterschiedlich bewerten, zweierlei lässt sich aber kaum abstreiten. Erstens: Dass Katalonien heute zu Spanien gehört, ist die Folge einer gewaltsamen Besetzung, nicht einer freiwilligen Übereinkunft. Die Kapitulation Barcelonas im Erbfolgekrieg besiegelte 1714 die Eingliederung der katalanisch-sprachigen Gebiete in das Reich der Bourbonenkönige. Zweitens: Jahrhundertelang hat sich dieses siegreiche Spanien mal mehr, mal weniger rabiat bemüht, die katalanische Sprache und Kultur zu unterdrücken. Am schlimmsten unter dem Franco-Regime, für das die eigensinnigen Katalanen neben den Kommunisten und den Anarchisten das Hauptfeindbild waren. Vor diesem Hintergrund reagiert die katalanische Bevölkerung auch heute noch sehr hitzig, wenn der spanische Staat, so wie in den letzten Jahren, wie- der versucht, ihre mühsam erkämpften Autonomierechte zurückzuschneiden.

Originalbeitrag lesen:

http://www.zeit.de

Blind Booking – Hotelbuchung mal anders

§ March 7th, 2016 § Filed under Reise / Urlaub § Tagged , , , Comments Off on Blind Booking – Hotelbuchung mal anders

Immer mehr Menschen suchen und buchen Hotels online. Einen besonderen Kick bietet hierbei das Blind Booking. Dies ist eine spezielle Buchungsart, mit der man Hotelzimmer auf der ganzen Welt günstig reservieren kann. Ursprünglich kommt die Idee aus den USA, wo die Blind Booking Methode 2001 erfolgreich etabliert wurde. Pioniere waren dabei u. a. Expedia, Priceline, Hotwire und GetGoing. Von Deutschland aus bucht man ein Überraschungshotel über Surprice Hotels.

Wie funktioniert Blind Booking?

Bei einer klassischen Buchung entscheidet der Kunde welches Hotel reserviert werden soll. Beim Blind Booking gibt der Reisende das Reiseziel, die Anzahl der Personen und den Reservierungszeitraum an. Anhand dieser Daten wird etwa die Webseite von Surprice Hotels nach geeigneten Unterkünften durchsucht. Verschiedene in Frage kommende Hotels werden dem Reisenden inklusive der regulären und ermäßigten Zimmerpreise angezeigt. Doch um welches Hotel es sich handelt, weiß der Kunde zunächst nicht. Es bleibt spannend bis die Buchung getätigt ist. Erst dann wird das “Geheimnis” gelüftet und der Reisende erfährt den Namen und die Adresse des Hotels. Durch diese anonyme Reservierungsvariante werden Hotels nicht öffentlich als “Schnäppchen-Hotels” mit günstigen Zimmerpreisen präsentiert und können so ihr Image schützen. Dem Blind Booker ist dies egal, freut er sich doch über eine 1A-Unterkunft zu einem attraktiven Preis.

Welche Vorteile bietet Blind Booking?

Mit dem Blind Booking System kann man richtige Schnäppchen ergattern und viel Geld sparen: Der Nachlass auf den regulär Preis bis zu 60 Prozent betragen kann. Buchen kann man jedoch nur jene Hotelzimmer, die nicht zum üblichen Preis vermittelt wurden. Und ein paar Tipps erhält der Gast schon vorab, etwa die Hotelkategorie und Informationen über in der Nähe liegende Attraktionen und Sehenswürdigkeiten. Auch über die Gästebewertungen kann man sich ein Bild über das Hotel machen.

Fazit: Blind Booking ist eine spannende Art Überraschungshotels zu erschwinglichen Preisen zu ergattern. Und auch der Hotelbetreiber profitiert davon: anstelle von leerstehenden Zimmern kann er die freien Kapazitäten zumindest kostendeckend belegen.

 

Gesehen auf:

http://www.reisefernsehen.com/reise-news/reise-news-uebernachten-mal-anders/blind-booking-hotelbuchung-mal-anders.php

Salento: Zu Besuch in Kolumbiens beliebtestem Kaffeeanbaugebiet

§ March 4th, 2016 § Filed under Reisetipps § Tagged , , , Comments Off on Salento: Zu Besuch in Kolumbiens beliebtestem Kaffeeanbaugebiet

Überrascht schaut Alessia auf die runden gelben und roten Beeren, die Don Elías ihr zeigt. Er öffnet die rote und schält zwei blasse, nasse Bohnen heraus. “Pobier mal”, sagt er zu der 22-jährigen Touristin aus Kanada, “sie sind süß.”

Alessia schaut ihn misstrauisch an, nimmt dann doch eine Bohne und steckt sie sich in den Mund. Ihre Augen werden groß “Die sind ja wirklich süß!” Sie lacht. “Und das sind Kaffeebohnen? Ich trinke gern Cappuccino, jeden Morgen. Aber ich hätte nie gedacht, dass Kaffee aus einer süßen Frucht gemacht wird.”

Liebe zum Kaffee – wir zur Familie

José Elías Pulgarín kennt das schon. Seit der 89-jährige Kaffeebauer die Tore seiner Farm für Touristen aus aller Welt geöffnet hat, weiß er, dass die meisten Menschen glauben, dass die bittere, braune Kaffeebohne schon so am Strauch wächst, wie sie aus der Tüte kommt. Dabei ist es von der Frucht bis zum Produkt ein langer Weg.

Allein drei Jahre braucht schon die Pflanze, bis sie zum ersten Mal Früchte trägt. Geerntet wird in der Regensaison. “Dann müssen wir die Bohnen schälen und fermentieren, trocknen und rösten”, sagt Don Elías, als er seinen Gästen die einzelnen Schritte der Kaffeeproduktion erklärt. “Seit ich weiß, wie viel Arbeit das macht, liebe ich den Kaffee genauso sehr, wie ich meine Familie liebe.”

Handwerk statt Massenproduktion

Das vier Hektar große Anwesen der Familie von Don Elías liegt am Hang eines grünen Berges zwischen der pittoresken Stadt Salento und dem Flussbett des Quindio. Hier, 1700 Meter über dem Meeresspiegel, herrschen ideale Bedingungen für den Kaffeeanbau.

“Es gibt wenig Schädlinge und den nötigen Regen, sodass der Kaffee auf natürlichem Wege gut gedeihen kann”, sagt Don Elías. Er baut die Sorten Arabica und Colombian Milds an – Letztere eine Untersorte der Ersteren mit weniger Koffein und Säure. Robusta, oft auf großen Farmen für die Massenproduktion kultiviert, hat er nicht im Programm.

Salento ist nur eine von Hunderten kleinen Städten in Kolumbiens “Eje Cafetero”, das auch Kaffee-Dreieck genannt wird. Es ist Teil des Unesco-Welterbes und erstreckt sich über drei Provinzen: Caldas, Risaralda und Quindío, wo es mehr als 800 Kaffeefarmen gibt. Das einst vergessene und verschlafene Salento ist deshalb in die erste Liga kolumbianischer Reiseziele aufgestiegen.

Kochbanane mit Käse, Fleisch und Grünzeug

Das liegt aber nicht nur am Kaffee, sondern auch an seiner einmaligen Bebauung. Der amerikanische Fernsehsender CNN hat das Örtchen erst kürzlich zu einer der zehn interessantesten Städte der Welt gekürt – wegen seiner “Ansammlung von ein- und zweistöckigen Gebäuden, meistens weiß, aber mit farbig leuchtenden Fensterrahmen und Türen in traditioneller Bahareque-Architektur”, wie es in der Begründung heißt.

Die Häuser sind aus Bambus und Lehm gebaut, im Paisa-Stil, der nach einer Bevölkerungsgruppe im Nordwesten des Landes benannt ist. Vor allem auf der Calle Real, der zentralen Straße des Ortes, sind diese Häuser noch zu bewundern. Unzählige Shops und traditionelle Restaurants laden zum Einkehren ein, um zum Beispiel Forelle in allen erdenklichen Zubereitungsarten zu essen – gegrillt, “al ajillo”, mit Pilzen oder sogar im Burger. Interessant schmeckt auch patacón: Kochbanane überbacken mit Käse, Fleisch und Grünzeug. Vorzüglichen Kaffee trinken kann man hier natürlich auch.

Salento, 1842 gegründet, liegt an der ehemaligen Straße, die Bogotá und Popayán miteinander verband. Als sie modern ausgebaut und schneller befahrbar wurde, geriet das Örtchen, bisher ein beliebter Zwischenstopp, in Vergessenheit und wurde in seinem ursprünglichen kolonialen Stil konserviert. “Als ich in den späten 80er-Jahren hierherkam, wurden Kartoffeln und Tomaten angebaut, Milchkühe gehalten, Käse wurde hergestellt. Überall gab es Hühner und Schweine. Touristen hingegen keine”, sagt Roberto Duarte, der für sein “Churrita Hostel” damals umgerechnet gerade mal 600 Euro zahlte.

Nur fünf Jahre später kamen die ersten Besucher nach Salento: Hippies aus Argentinien, den USA, Europa. “Sie entdeckten mit Salento einen wundervollen, unberührten Ort – und erzählten ihren Freunden davon.” Jedes Jahr, sagt Roberto, kamen seither mehr Touristen. Die Einheimischen begannen, Hostels und Restaurants zu eröffnen, die Frauen gaben ihr Hausfrauendasein auf und beteiligten sich am Geschäft. Innerhalb von nur drei Dekaden wurde aus dem verschlafenen 2000-Seelen-Örtchen ein ebenso belebtes wie beliebtes Städtchen mit gut 7000 Einwohnern.

Kein Düngemittel, keine Chemikalien – doppelter Preis

Warum der Kaffee hier so besonders schmeckt, erklärt Don Elías seinen Besuchergruppen jeden Tag aufs Neue. Der Hauptgrund: Er verzichtet auf Düngemittel und Chemikalien. Darum kann er die 2000 Kilogramm, die er jedes Jahr produziert, mehr als doppelt so teuer verkaufen wie industriell hergestellten Kaffee – für 10.000 Pesos, rund drei Euro pro Kilogramm. Moderne Maschinen nutzt Elías nicht, genauso wenig wie die anderen Farmer in der Gegend. Geerntet wird überall noch von Hand, geröstet in einer alten Pfanne auf einem Holzofen. Eine leichte Kaffee-Brise weht dann durch den Garten.

Die getrockneten Bohnen werden braun. Je länger sie geröstet werden, desto weniger koffeinhaltig und bitter ist der Kaffee. “Wir machen das anders als die Brasilianer, die riesige Mengen produzieren mit Dünger und großen Maschinen. Die verkaufen zwar mehr – aber wir verkaufen bessere Qualität”, sagt Elías. Dass er der Massenproduktion kritisch gegenübersteht, ist nicht zu überhören. Die gibt es in Kolumbien anderswo aber durchaus – das Land ist schließlich viertgrößter Kaffeeproduzent weltweit, nach Brasilien, Vietnam und Indonesien.

Am Ende der Tour, die 6000 Pesos kostet, knapp zwei Euro, verkosten Alessia und die sechs anderen Besucher eine Tasse von dem Kaffee, dessen Herstellung sie gerade bestaunt haben. Hunde und Hühner laufen und springen um sie herum, auch Elías’ Enkelkinder, die gerade von der Schule kommen.

“Der Tourismus ist das Beste, was uns Kaffeeproduzenten hier in Salento passieren konnte”, sagt er. Elías erinnert sich noch genau an diesen Moment. 2008 war das, als Timothy – ein Brite, der ein Hostel im Dorf gekauft hatte – mit drei Fremden bei ihm auftauchte. “Sie fragten mich, ob ich ihren Gästen meine Farm zeigen könnte. Für Geld.

Wir vereinbarten 3000 Pesos, also einen Euro, inklusive Führung. Sie fanden das großartig. Ich auch.” Am nächsten Tag sei Timothy mit sechs Besuchern gekommen, am Tag darauf mit neun. Mittlerweile hat Elías den Preis für seine Führungen verdoppelt. Täglich kommen Dutzende Menschen aus aller Herren Länder zu ihm. “Ein Geschenk Gottes”, sagt Elías.

Die Zeit der Drogenbarone und Farc-Rebellen

Was Salento zum beliebtesten unter Kolumbiens Kaffeeanbaugebieten macht? “Ich denke, dass es hier sicher ist. Und die Landschaft, vor allem das Cocora-Tal, ist einzigartig”, sagt Timothy, der englische Besitzer des “The Plantation House” in Salento. “Als ich hier ankam, fand ich eine bezaubernde Stadt vor, umschlossen von Bergen, mit dem besten Kaffee der Welt. Darum bin ich geblieben.”

In den 70er- und 80er-Jahren war die Region von den Farc-Rebellen und Drogenbaronen wie Carlos Lehder Rivas eingenommen worden, der einst ein Hotel in Salento hatte eröffnen wollen. So weit ist es jedoch nie gekommen. Lehder wurde gefasst und an die USA ausgeliefert. Heute ist Salento ein friedlicher Ort. “Für Menschen aus Bogotá, Medellín und Cali ist das hier der Himmel: Durch die Straßen zu laufen, ohne Angst haben zu müssen, ausgeraubt zu werden”, sagt Catalina Morin, eine Studentin aus Cali.

Heimat des kolumbianischen Nationalsymbols

“Die Touristen lieben es nicht nur, sich die Farmen anzuschauen und hochwertigen Kaffee zu kaufen, sie kommen auch wegen der Menschen, die das Land mit ihrer Arbeit und ihrer Art beseelen”, sagt Roberto Duarte. Der 69-Jährige steht auf der Terrasse seines Hauses im Cocora-Tal, das zum Nationalpark Los Nevados gehört, ideal zum Wandern und Reiten.

Das Tal ist obendrein die Heimat eines kolumbianisches Nationalsymbols: der Wachspalme, die bis zu 60 Meter hoch werden kann. Mit ihren Blättern berührt sie den mystischen Nebel, der den Gipfel des Cerro Morrogacho umgibt. Eine weitere Attraktion sind die nahe gelegenen Santa-Rita-Wasserfälle – der perfekte Ort für eine Abkühlung an heißen Tagen. Roberto schaut der sinkenden Sonne entgegen und nippt an seiner fünften Tasse “tinto”, pechschwarzem, starkem Kaffee. “Seit ich hier lebe”, sagt er, “trinke ich meinen Kaffee ohne Zucker. In Salento ist das Leben süß genug.”

Tipps & Informationen

Anreise: Zum Beispiel von Frankfurt mit Lufthansa nonstop oder mit Delta über Atlanta nach Bogotá. Von dort weiter mit dem Bolivariano-Bus nach Armenia oder Pereira (6–8 Stunden). Aus beiden Städten fahren mehrmals täglich Busse nach Salento (ca. 45 Min.).

Unterkunft: Etwa im “Hotel Salento Real”, einem Haus im Kolonialstil, DZ inkl. Frühstück ab 43 Euro. Alternativ im modernen Hostel “Beta Hostel”, DZ ab 44 Euro oder im klassisch kolumbianischen “The Plantation House”, DZ ab 16 Euro.

Kaffeetouren: Zum Beispiel auf Don Elías’ Farm “Cafetera Las Brisas”, Tel. 0057/315/606 11 13

Auskunft: Über Procolombia

Aufgespürt:

http://www.welt.de/reise/staedtereisen

Kuala Lumpur – Paris: Malaysia Airlines verbietet Mitnahme von Gepäck wegen Gegenwind

§ January 25th, 2016 § Filed under Luftfahrt § Tagged , , Comments Off on Kuala Lumpur – Paris: Malaysia Airlines verbietet Mitnahme von Gepäck wegen Gegenwind

Eigentlich ist Gegenwind ein Problem, das der Pilot im Cockpit zu lösen hat. Doch nun betrifft der Luftwiderstand konkret auch die Passagiere von Malaysia Airlines. Sie dürfen auf bestimmten Routen zwischen Asien Europa derzeit kein Gepäck einchecken, weil besonders starke Winde pusten. In einer Erklärung auf der Website gibt das Unternehmen an, die Regelung gelte aktuell für den 5. und 6. Januar und für Flüge von Kuala Lumpur nach Amsterdam und Paris.

Zuvor war auch die Verbindung nach London betroffen, die Begrenzung bei den entsprechenden A380-Flügen ist hier aber bereits wieder aufgehoben worden.

Durch die “für die Saison ungewöhnlichen” Windverhältnisse verlängerten sich die Flugrouten und mehr Treibstoff werde gebraucht, heißt es auf der Website der Fluggesellschaft. Aus “Sicherheitsgründen” müsse die Airline daher das Gepäck limitieren.

Erlaubt seien in der Economy-Klasse lediglich sieben Kilogramm Handgepäck, in der Business und Ersten Klasse 14 Kilogramm. Koffer und Reisetaschen dürften nicht mehr im Laderaum der Maschinen mitfliegen. Das Gepäck könnte zwar eingecheckt werden, würde aber mit anderen Flugzeugen transportiert und käme deshalb später am Zielort an. Wie viele Passagiere betroffen sind, steht laut der “Malay Mail Online” derzeit nicht fest.

Malaysia Airlines fliegt aus der Hauptstadt Kuala Lumpur nicht nur die europäischen Metropolen Paris, London und Amsterdam an, sondern auch Brüssel und Rom, nicht aber Frankfurt.

Die staatliche Fluggesellschaft von Malaysia hat in den vergangenen Jahren zwei schlimme Katastrophen erlebt. Flug MH17 war im Juli 2014 über der Ukraine abgeschossen worden. 298 Menschen an Bord kamen ums Leben. Alle Airlines änderten daraufhin die Flugrouten, um den Luftraum über der Ukraine zu meiden. Vier Monate vorher war Flug MH370 mit 239 Menschen an Bord auf einem Flug von Kuala Lumpur nach Peking spurlos verschwunden. Nach dem Wrack wird bis heute gesucht.

Link zum Artikel:

http://www.spiegel.de/reise/aktuell/

Einreise und Visum nach Indien: “Visa on arrival”-Regelung soll bald verwirklicht werden – Einreiseerlaubnis bei Ankunft am Flughafen dann möglich

§ January 4th, 2016 § Filed under Reise / Urlaub § Tagged , Comments Off on Einreise und Visum nach Indien: “Visa on arrival”-Regelung soll bald verwirklicht werden – Einreiseerlaubnis bei Ankunft am Flughafen dann möglich

Geschäftsreisen und Flüge nach Indien buchen: Einreise nach Indien soll mit “Visa on arrival”-Regelung erleichtert werden. Kein Visum vor der Reise mehr beim Konsulat beantragen sondern Einreiseerlaubnis bei Ankunft am Flughafen erhalten. Einzelheiten zur möglichen Neuregelung im folgenden Bericht. Die indische Regierung will das Verfahren zur Ausweitung der “Visa on arrival”-Regelung bald zu einem Abschluss bringen.

Das hat der zuständige Minister Rajeev Shukla gegenüber indischen Medien bestätigt. Die Ausweitung der Regelung auf 40 weitere Staaten werde bald Wirklichkeit werden, so der Minister. Zu den betroffenen Ländern gehören Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Österreich und die Schweiz. Touristen müssen dann nicht mehr vor der Reise ein Visum beim Konsulat beantragen, sondern erhalten die Einreiseerlaubnis bei der Ankunft am Flughafen.

Bislang besteht diese Möglichkeit unter anderem für Reisende aus Luxemburg und Finnland. Die indische Regierung hatte den Prozess zur Ausweitung der Regelung im vergangenen Jahr auf den Weg gebracht.

 

Siehe hier:

http://www.imagetours.de/wpblog

Bergkarabach: Reise in ein Land, das es offiziell gar nicht gibt

§ December 15th, 2015 § Filed under Reise / Urlaub § Tagged , , , , Comments Off on Bergkarabach: Reise in ein Land, das es offiziell gar nicht gibt

Ein rostiger Wolga rast mit Affenzahn am Checkpoint vorbei. Der Grenzposten schiebt verschlafen seinen Oberkörper aus dem Fenster seines Büros, schaut ihm nach und winkt dann ab – was soll’s, vermutlich war das ein Russe. Die und natürlich Armenier haben freien Zugang nach Bergkarabach, diesem kleinen, selbsternannten Land mit gut 130.000 Einwohnern, das von keinem Staat der Welt anerkannt wird. Alle anderen brauchen ein Visum.

Kurz hinter Goris, der Stadt mit den roten Dächern im äußersten Südosten Armeniens, ragt dieses Bergkarabach, ein mächtiges Gebirgsmassiv, plötzlich aus der weitläufigen Hochebene in den Himmel. Nichts deutet darauf hin, dass um diesen Landstrich nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion erbittert gekämpft wurde. Gerade hier, am Latschin-Korridor, der in einem kleinen Checkpoint am Aghavno-Fluss mündet. Es ist der einzige offizielle Grenzübergang in die Republik Arzach, wie sich Bergkarabach in Anlehnung an das vorchristliche Armenierreich offiziell nennt.

Das Mobiltelefon zeigt, wie verfahren die Situation ist: “Willkommen in Aserbaidschan”, steht auf dem Display. Völkerrechtlich gehört Bergkarabach tatsächlich zu Aserbaidschan. Doch die Aseris haben diese ehemalige Exklave, in der seit Urzeiten fast ausschließlich Armenier lebten, in einem kurzen, blutigen Krieg vor über zwei Jahrzehnten verloren.

1992 haben armenische Truppen diese von christlichen Armeniern besiedelte Gegend “heimgeholt” und das aserbaidschanische Gebiet zwischen Armenien und Bergkarabach gleich mitbesetzt. Im Gegenzug haben die Aseris kleinere Teile der Exklave erobert, Hunderttausende wurden auf beiden Seiten vertrieben, 30.000 Menschen starben. Seit 1994 herrscht ein Waffenstillstand.

Aserbaidschan fordert die besetzten Gebiete zurück, was die Armenier strikt ablehnen. Bergkarabach ist zum identitätsstiftenden Symbol der Armenier geworden – eines Volkes, das heute über die Welt verstreut lebt. Und das Probleme hat zu definieren, wo die Heimat anfängt. Und wo sie endet. Denn einst besiedelten Armenier ein Gebiet, das vom heute türkischen Adana am Mittelmeer bis ins persische Täbris reichte – einschließlich Bergkarabach.

Nur ein paar Tausend Besucher pro Jahr

Für die Welt ist Bergkarabach eine Krisengegend, erwachsen aus dem Chaos der untergegangenen Sowjetunion, ein Landstrich, den man meidet. Nur ein paar Tausend Besucher pro Jahr zieht es hierher, überwiegend Auslandsarmenier und “Länder-Sammler”, Menschen, die es für einen Stempel im Reisepass an die ungewöhnlichsten Orte auf unserem Planeten zieht.

Für die 64-jährige Inna Melkumova ist Bergkarabach ein Sehnsuchtsort, den sie nur aus den Erzählungen ihrer verstorbenen Eltern kennt. Diese wurden in diesem Bergmassiv geboren. In der Familiengeschichte der assyrisch-stämmigen Inna spiegelt sich die ganze Tragik dieser Region wieder: Ihre Vorfahren lebten ursprünglich im Osmanischen Reich, flohen dann aber vor dem Völkermord der Türken an Armeniern und Assyrern 1915 nach Russland.

Im armenisch besiedelten Bergkarabach fanden sie eine neue Heimat, auf einer christlichen Insel inmitten eines islamischen Ozeans. Doch die Sowjetzeiten brachten neue Verwerfungen mit sich. In der Stalin-Ära verschlug es die Familie ins aserbaidschanische Göygöl, wo Inna geboren wurde. Heute lebt sie als Rentnerin in Armeniens Hauptstadt Eriwan, ihre Familie hat es indes in alle Welt gezogen – nach Russland, Amerika, Deutschland.

Jetzt stehen Inna Melkumova und ihre 77-jährige Schwester Natalia am Grenzübergang. Zusammen mit ihrem aus Deutschland angereisten Sohn und weiteren Familienmitgliedern wollen die beiden Schwestern im hohen Alter erstmals dieses mythische Bergkarabach besuchen.

Ein Land, das für Inna bislang so unerreichbar weit weg schien wie der Ararat, der schneebedeckte heilige Berg der Armenier, der in der mit Armenien verfeindeten Türkei liegt. Und den sie vom Fenster ihrer Eriwaner Wohnung aus sehen kann.

Die Spuren des Krieges sind gegenwärtig

Nach Passieren der Grenze geht die Fahrt zügig weiter über eine gut ausgebaute Gebirgsstraße in Richtung Stepanakert, Hauptstadt von Bergkarabach, die man in zwei Stunden erreicht. Aber nur, falls man nicht hinter einer der zahlreichen, über die Serpentinen schleichenden Militärkolonnen kleben bleibt. 20.000 armenische Soldaten sichern den Status quo Bergkarabachs, eines Gebiets, doppelt so groß wie das Saarland.

Auch 20 Jahre nach Ende des Krieges sind dessen Spuren gegenwärtig – zum Beispiel in den zerstörten und verlassenen Häusern der Stadt Susa im Herzen Karabachs. In Susa hatten die Aseris damals ihre letzte Bastion, von hier aus schossen sie auf das im Tal gelegene Stepanakert. Doch die Armenier eroberten Susa, die Aseris wurden vertrieben. Gerade wurde die im Krieg zerstörte Erlöserkirche restauriert, ein den Armeniern heiliger Ort, an dem viel geheiratet wird.

14 Kilometer entfernt schlummert im Talkessel Stepanakert. Inna und Natalia, die Schwestern aus Eriwan, stehen am Fuß des Armenier-Denkmals, ein aus landestypischem Tuffstein konstruierter Doppelkopf, von den Bewohnern “mamig jew babig” genannt, “Oma und Opa”.

Vor 50 Jahren wurde es erbaut, nach 1994 wurde es zum Symbol der Unabhängigkeit. Und mangels anderer Sehenswürdigkeiten in Stepanakert ein Anlaufpunkt für alle Gäste. Nur wenige Ausländer kommen vorbei, heute immerhin drei junge Esten, die sich am Denkmal fotografieren lassen und mit dem Fahrrad bis nach Georgien weiterradeln wollen.

Der 57-jährige Sergej Avanesyan steht mit seinem Souvenir-Stand auf dem leeren Parkplatz vor dem Denkmal. Er hat die landestypischen Kreuzsteine in Miniaturformat im Angebot, Chatschkar genannt, außerdem armenische Kreuze, Bergkarabach-Flaggen und geschnitzte Versionen von “mamig jew babig”. Doch niemand interessiert sich für seine Souvenirs.

“Ich habe schon Chinesen, Amerikaner und Australier bedient”, sagt er stolz, aber im Moment herrsche Flaute. “Das liegt am Ukraine-Krieg. Die Menschen denken, die ganze ehemalige Sowjetunion sei ein einziges Tollhaus. Doch schauen sie sich um, hier ist es friedlich wie im Paradies.” Das sieht das Auswärtige Amt in Berlin anders: Es rät von Reisen nach Bergkarabach ab, weil es vor allem an der Waffenstillstandslinie immer mal zu kleineren Scharmützeln kommt.

Wer ist der berühmteste aller Armenier?

Davon spürt man freilich in Stepanakert nichts. Die Stadt wirkt verschlafen, ist weniger chaotisch und viel sauberer als Eriwan. Auf dem quirligen Marktplatz ist Lavash im Angebot, das armenische Fladenbrot, in einer nur hier erhältlichen Variante mit Bergkräutern durchsetzt. Und Montapur, Teigtaschen mit Hackfleisch gefüllt.

Die Schwestern aus Eriwan schlendern etwas orientierungslos über die “Straße der Befreier”, die Hauptgeschäftsstraße, auf der vergeblichen Suche nach einem Kaffeehaus. Stattdessen landen sie in einem kleinen Gemüseladen, wo die Verkäuferin über den Besuch aus Eriwan und Deutschland staunt und ihr Geschäft kurzerhand zum Café umfunktioniert.

Flugs setzt sie einen Kaffee auf dem kleinen Gasherd im Nebenraum auf und zaubert ein paar Stückchen zuckersüßes Baklava-Gebäck hervor. Man sitzt auf Obstkisten, plaudert, raucht und lacht, ein paar Nachbarn stoßen schnell hinzu. Gastfreundschaft hat bei Armeniern eine beinahe mythische Bedeutung.

Bald schon kommt man auf die Frage, wer wohl der berühmteste aller Armenier sei. “Henrich Mchitarjan”, wirft einer in die Runde, offenkundig Fußballfan. Zustimmendes Raunen. “Arthur Abraham” – die Ladenbesitzerin schlägt den Profiboxer vor und erntet noch mehr Zuspruch.

Jetzt hagelt es Vorschläge aus allen Ecken: die Sängerin Cher, Ex-Tennisspieler André Agassi, Artjom Mikojan, “Erfinder” der MIG-Kampfflugzeuge. Beim Po-Wunder Kim Kardashian stöhnt die Runde entnervt auf. Dann wird es skurril: Einer behauptet, Stalin sei das “Nebenprodukt” einer Affäre seiner georgischen Mutter mit dem armenischen Hauslehrer, also Armenier.

Empörung macht sich breit, “Armenier finden selbst bei Indianern armenische Wurzeln”, sagt einer. Und schlägt Charles Aznavour vor. Der ist bekanntermaßen kein Indianer und hat armenische Eltern, auf den sind sie alle stolz hier, auf den einigen sie sich schnell. Und trinken einen selbst gebrannten Maulbeer-Wodka auf den armenischen Helden, der 2009 in Stepanakert war, um die neue Konzerthalle der Stadt einzuweihen. Ihr Name: Charles-Aznavour-Kulturzentrum.

Tipps und Informationen

Anreise: Reisen nach Bergkarabach sind nur von Armenien aus möglich. Flüge nach Eriwan/Armenien zum Beispiel mit Austrian via Wien oder Aeroflot via Moskau. Von Eriwan gehen stündlich Busse nach Stepanakert (sechs Stunden, zehn Euro). Möglich ist auch die Anreise per Mietwagen ab Eriwan. Für Bergkarabach benötigen Westeuropäer ein Visum, das nach Grenzübertritt in Stepanakert unkompliziert ausgestellt wird (sechs Euro) und bei der Ausreise vorzuzeigen ist.

Buchung: Man kann Bergkarabach mit einer Armenien-Rundreise kombinieren, muss sich den Abstecher aber selbst organisieren. Gebeco bietet zum Beispiel eine 9-tägige Gruppenreise “Entdeckungen am Fuße des Ararat” ab 1295 Euro an inklusive Flügen, Programm, Teilverpflegung. Bei Dertour kostet eine viertägige Privatreise “Höhepunkte Armeniens” ab/bis Eriwan ab 1330 Euro.

Unterkunft: Hotels in Stepanakert: “Park Hotel Artsakh”, einfach und ordentlich, ab 46 Euro; “Vallex Garden Hotel”, modern und gehoben, ab 56 Euro.

Sicherheitslage: Die Bundesregierung erkennt die “Republik Bergkarabach” völkerrechtlich nicht an und rät von Reisen ab, weil es an der Waffenstillstandslinie zu Aserbaidschan hin und wieder zu Scharmützeln kommt. In Zentral-Bergkarabach und entlang der beschriebenen Route ist die Lage ruhig.

Auskunft: Die Website der Tourismusverwaltung von Bergkarabach bietet ausführliche Informationen: karabakh.travel/en/

Die Teilnahme an der Reise wurde unterstützt von Gebeco. Unsere Standards der Transparenz und journalistischen Unabhängigkeit finden Sie unter www.axelspringer.de/unabhaengigkeit.

 

Original-Artikel:

http://www.welt.de/reise/Fern/

Top 6 Gründe für einen Besuch von Armenien

§ July 2nd, 2015 § Filed under Reisetipps, Reiseziele § Tagged , , , Comments Off on Top 6 Gründe für einen Besuch von Armenien

Sind Sie es Leid Ihren Urlaub stets an den gleichen, gewohnten Orten zu verbringen? Sie wollen etwas absolut neues und einzigartiges versuchen? Dann betrachten Sie Armenien als nächstes Reiseziel, denn dieses kleine einzigartige Land bietet unzählige Touristenattraktionen, welche Sie in keinem anderen Land finden werden. Wir präsentieren Ihnen hier die Top 6 Gründe für einen Besuch in Armenien dieses Jahr.

  1. Um das erste christliche Land der Welt zu entdecken

NoravankMonastery

Armenien ist das weltweit erste Land, das das Christentum in 301 als Landesreligion angenommen hat – und heute können viele Denkmäler zu diesem bedeutenden  Ereignis über das Land hinweg gefunden werden. Stellen Sie sich vor: hunderte elegante und einzigartige Klöster und Tempel, jeder mit seiner eigenen Geschichte und Gestaltung! Auch wenn armenische Tempel keinen außergewöhnlichen Stil wie die gotischen Kreationen besitzen, stehen sie stets vor einem unglaublichen Hintergrund von bergiger Landschaft und bezaubern zudem durch ihr einfaches und majestätisches Design. Bei einem Besuch wird das Herz mit Ehrfurcht und unvergesslichen Emotionen gefüllt. Wenn Sie sich also entscheiden Ihren Urlaub in Armenien zu verbringen, dann verpassen Sie nicht die beliebtesten christlichen Denkmäler wie das Geghard, Tatev, Khor Virap, Aghpat, Sanain, Haghartsin, Echmiadzin Cathedral, Sevanavank, Noravank und andere. Viele von diesen sind übrigens Teil des UNESCO Weltkulturerbes.

  1. Um einzigartige Lace-Steine zu bewundern

Armeniankhachkars

Wo auch immer Sie in Armenien sind, finden Sie die einzigartigen Kreuz-Steine, die «Khachkars».Sie sind aus Armenien und verdeutlichen die gesamte christliche Geschichte des Landes. Es gibt über 50.000 Khachkars,  jeder handgefertigt und mit einem einzigartigen Muster, Zierde und Geschichte. Für die Erstellung eines Khachkars bedarf es wahrer Meisterarbeit, echtes Talent und viel Zeit, da viele mehrere Tonnen wiegen. Kein anderes Land auf der Welt hat einen solch leistungsstarken und beständigen Weg ihren Glauben an Gott auszudrücken. Ein typischer Kreuz-Stein besteht aus vulkanischem Basalt oder Tuff. Im Zentrum befindet sich ein großes Kreuz (das Symbol der Kreuzigung), welches von Bildern von Trauben und Blättern umgeben ist. Sie wollen armenische Khachkars sehen? Besuchen Sie Noraduz, nicht weit vom Sevan See und Sie werden einzigartige Gräberfelder von 900 Khachkars finden. Übrigens, man sagt der schönste befindet sich im Gebiet des Goshavank Klosters und geht auf das Jahr 1291 zurück. Wenn Sie keine Gelegenheit haben dies zu besuchen, dann besuchen Sie das Nationale Geschichtsmuseum in Yerevan (Republic Square 4), welche andere Meisterstücke des gleichen Lehrmeisters besitzt.

  1. Um das dünnste Fladenbrot der Welt zu probieren

Lavash

Es ist unmöglich sich Armenien ohne Lavash vorzustellen – besonders dünnes Fladenbrot aus Weizenmehl und Wasser, welches in einem besonderen Ofen gebacken wird. Der Ursprung dieses Brots stammt aus Armenien und ist der Nationalstolz. Es ist so dünn und weich, dass Sie alles darin einwickeln können – von Fleisch bis zu Äpfeln. Die meisten Armenier bevorzugen es mit Käse und verschiedenem Gemüse zu essen – ein wahres armenisches Sandwich. Sie wollen es probieren? Sie können auf jedem Markt und in jedem Supermarkt Armeniens eine tolle Auswahl dieses Brots mit geringen Kalorien finden. Zudem kann es heutzutage fast überall auf der Welt mit dem Label „Armenisches Lavash“ gekauft werden. Übrigens, noch vor einigen Jahren war Lavash ein Teil des UNESCO Weltkulturerbes.

  1. Um in den seitenverkehrten Himmel zu tauchen.

LakeSevan

Der legendäre Sevan See befindet sich hoch in den Bergen, so dass die Wasseroberfläche manchmal den Himmel zu berühren scheint. Der See ist einer der höchsten der Welt und ist der größte im Kaukasus – deshalb wird er manchmal als „armenisches Meer“ bezeichnet. Man kann sich nicht zurückhalten, die schöne Umgebung zu bewundern: mit Bäumen bedeckte Hügel, Steinfelsen, Steppen, die sich in Alpenwiesen verwandeln. Es ist also kein Zufall, dass der See für Touristen und Einheimische der Lieblingsort an heißen Sommertagen darstellt. Der Platz ist optimal zum Ausruhen: Sie finden mehrere Hotels und Landhäuser für jeden Geschmack und Möglichkeiten, es herrschen gute Bedingungen um eine Yacht zu mieten, Windsurfen und sogar Tauchen! Sie können die restliche Zeit Ihres Besuchs mit den beliebten Sehenswürdigkeiten wie dem Sevanavank Kloster, den Kirchen von Ayravank, Astvacacin und Arakeloc verbringen.

  1. Um die längste Seilbahn der Welt zu nutzen

Haben Sie sich je gefragt, wie es sich anfühlt für 15 Minuten über den wunderschönen Canyon zu fliegen? Armenien bietet diese einzigartige Erfahrung. Vor mehreren Jahren wurde im südlichen Teil des Landes  die längste Seilbahn der Welt (über 5km) gebaut. Heute ist es Teil des Guinness Buchs. Am Ende des Flugs sehen Sie das einzigartige Tatev Kloster – das Meisterstück der mittelalterlichen Architektur und ohne Zweifel eines der spektakulärsten Attraktionen auf dem Planeten.

  1. Um Jazz zu hören

JazzclubinArmenia

Armenier haben stets Jazz geliebt und respektiert. Zur Sowjet-Zeit war diese Musik das Medium um innere Freiheit auszudrücken. Zu dieser Zeit haben die ersten und besten Jazz Kombos von Armenien, wie Levon Malkhasyan, in dem legendären Café «Poplavok» (Isaakyan 41) gespielt und andere Künstler angelockt. Später hat er seinen eigenen Jazzclub «Malkhas» (Pushkin 52/1) eröffnet, welcher ein Treffpunkt für echte Musikkenner mit gutem Geschmack ist. Dieser Ort bietet eine gemütliche Atmosphäre und wenn Sie dem Meister beim emotionalen und ausdrucksstarken Spielen zuhören, erzeugt dies unvergessliche Emotionen.

Route nationale 7: Im alten Opel Kapitän über die Route 66 Europas

§ May 29th, 2015 § Filed under Reisetipps § Tagged , , , Comments Off on Route nationale 7: Im alten Opel Kapitän über die Route 66 Europas

Was ist aus der Landstraße, der alten Fernstraße geworden? Was aus den Wegen, auf denen die Reisenden nicht durch die abgeschirmte Welt sechsspuriger, kreuzungsfreier Autobahnen von einem Ende des Landes zum anderen geführt werden? Auf denen sie vielmehr mit ihrer Limousine mitten durchs Leben rollten, auf zwei Spuren mit Gegenverkehr, und immer mal entschleunigen mussten, auch stehen bleiben, wobei ihr Blick durch die Fenster in Wohnzimmer, Cafés oder Geschäfte fiel.

Bei heruntergekurbelten Scheiben zogen die wechselnden Gerüche, Geräusche und Temperaturen herein. Mehrere Tage auf engstem Raum unterwegs, Strapazen, plärrende Kinder – aber viele der Straßen durch Städte, Dörfer und Landschaften wurden verehrt, einige besungen, sie waren legendär, ihre Namen standen für Sehnsucht, Fernweh, für die schönsten Jahre des Autokults.

Die französische Antwort auf die amerikanische Route 66

Willkommen im Roadmovie, Einsteigen ins Jahr 1956, jedenfalls in ein Auto aus jenem Jahr. Mit einem alten Opel Kapitän geht es “in die Sonne, in die Freiheit”. So heißt das Buch des Autors Michael Kröher und des Fotografen Wolfgang Groeger-Meier, die uns darin, fast wie im Kino, ihre Reise auf so einer Straße vorführen. Auf der französischen Route Nationale 7, die Ikone für den Autoverkehr in Richtung Süden aus den 50er- und 60er-Jahren.

Ausgangspunkt: Paris. Endpunkt: Mittelmeer, kurz hinter Nizza bei Menton. Neben den sonnenhungrigen Touristen zogen Tramps, Hippies und Straßenmusiker entlang der Nationale 7 (RN 7) gen Süden. Auch Groeger-Meier war auf der Strecke einst zu Hause. Aufgewachsen in Paris sah er sie als Kind viele Jahre hintereinander, jeden Sommer vom Rücksitz des elterlichen Peugeot 404 aus, hin und zurück.

Die RN 7 ist ein Traum, liebevoll auch “Route Bleue” genannt – blau wie das Meer und der Himmel an der Côte d’Azur. Sie war die französische Variante der amerikanischen Route 66. Doch mit dem Ausbau der mautpflichtigen Autobahnen verblasste ihr Ruhm. Heute schätzen Nostalgiker den Umweg, am stilvollsten im Oldtimer. Wer sie in unseren Tagen befahren will, muss allerdings historischen Straßenkarten folgen. Auf den neuen ist sie nicht mehr markiert, ihr offizieller Status ist passé.

Seit die Nationale 7 entwidmet wurde und die Zuständigkeit 1972 an die Departements ging, ist das Original auf vielen Etappen “verfälscht”, der Verkehr auf Umgehungsstraßen verlegt, auf vierspurige Schnellstraßen, oder gleich auf die Autobahn. Um so charmanter, inzwischen fast schon wieder naturbelassen, präsentiert sich die ursprüngliche Strecke. Und sie sind noch zu finden, die berühmtesten Etappen, die Rastplätze und Tankstellen, die Gasthäuser und berüchtigten Engpässe in den Orten, einst in der Hochsaison geplagt von stundenlange Staus.

Sie fahnden nach Zeugen aus der Zeit der Route nationale

Die ersten Kilometer der Strecke – Beginn ist vor der Kathedrale Notre Dame – verlieren sich noch im Straßengewirr des Pariser Zentrums. Hinaus geht es durch die Betonschluchten der Trabantenstädte. Von ihnen war damals noch nichts zu sehen, nichts zu ahnen von der explosiven sozialen Brisanz, die dort heute herrscht. Bei Orly steht am Straßenrand der Torso einer Concorde.

Dass der Traum vom Überschall-Passagierverkehr schon bald ausgeträumt sein würde, ahnte auch keiner in der Zeit, als die Pferdestärken unter der Haube immer mehr und die Pisten immer breiter wurden. Dann, hinter Fontainebleau, kommt das Gefühl der Landstraße auf, alte Alleen, von Buschwerk überwucherte Tankstellen, längst geschlossene Rasthäuser, angepriesen in den alten Reiseführer. Sie und die verwaschenen Reklamewände auf Häusern, mit Werbung für längst verschwundene Marken, zeugen von der einst so lebendigen Verkehrsader.

Anders als die Familienväter aus den Sechzigern und Siebzigern, die ihre Dauphine, R4 oder Simca Aronde nach Kräften prügelten, damit sie spätestens am zweiten Abend am Mittelmeer das Zelt aufschlagen konnten, lassen sich Kröher und Groeger-Meier Zeit, für sich, für den Leser, für ihren Kapitän. 1000 Kilometer in fünf Tagen, Spurensuche auf der Nationale 7.

Sie fahnden nach Zeugen aus der großen Zeit, Besitzer überlebender Werkstätten und Tankstellen etwa, die damals, zu Zeiten ihrer Väter, öfter zum Boxenstopp luden, weil die Ölwechsel noch alle 5000 Kilometer vorgeschrieben waren und allfällige Malaisen nervten, gerissene Bowdenzüge oder verdreckte Unterbrecherkontakte.

Die Autoren besuchen die Attraktionen der Durchgangsorte, an denen auch die Urlaubshungrigen, bei aller Eile, wenigstens beim ersten Mal kurz innehielten, die Brücke von Avignon, die römischen Amphitheater in Vienne und Orange. Sie treffen Menschen, die noch sehnsüchtig vom großen Durchgangsgeschäft in der Gastronomie und im Einzelhandel berichten können.

Wo die Ente endlich mal den Käfer abhängen konnte

Aber auch nach vorn denkende Bürgermeister, die entlang der heute ruhigeren Strecke sanften Tourismus aufbauen, und Wirte aus Sternerestaurants, die daran teilhaben wollen. Oder sie besuchen Häuser, die unmittelbar von der RN-7-Nostalgie zehren, wie das “Musée Mémoire de la Nationale 7” in Piolenc, in dem die Kleinwagen alle stehen, die damals die Strecke bevölkerten.

Die Landschaften wechseln mit den Flusstälern, Île-de-France mit der Seine, Burgund und Zentralmassiv mit der Loire. Dann der Aufstieg zur westeuropäischen Wasserscheide zwischen Atlantik und Mittelmeer, zum Col du Pin-Bouchain auf immerhin 760 Meter über dem Meer, wo damals die 2CV-Ente endlich mal den etwas stärker motorisierten VW abhängen konnte. “Der Käfer ist eben doppelt so schwer und kann nicht so gut durch die Kurven schaukeln”, verteidigte sich dann der deutsche Papa am Volant in Richtung Rückbank.

Noch sind sie nicht überall verschwunden, die oben abgerundeten, rot-weißen Kilometersteine der Nationale 7 und all die anderen alten Wegmarken, gemalt, gegossen, gemauert, obwohl ihnen ihre offizielle Funktion genommen wurde. Irgendwann werden sie unter Denkmalschutz stehen. Beim Abstieg zur Rhône beginnt es, nach Mittelmeer zu riechen, hinunter geht es zu den Pinienwäldern, zu den Olivenbäumen, den Kräutern der Provence, den zirpenden Grillen, den warmen Abenden.

Das Auto der beiden Autoren, fast sechzig Jahre alt, ist denkbar passend. Ihr Kapitän, Oberklasse, sechs Zylinder, 75 PS, 140 Spitze, war vielleicht der schönste in der Modellreihe, die damals fast jährlich die Karosserie wechselte und dabei ansonsten meist nur amerikanischen Protz nachahmte. Der “56er” nicht, zweifarbige Eleganz, freundliches Gesicht, zurückhaltende Proportionen.

Nun gut, Weißwandreifen hätten vielleicht gepasst, vor allem ein Autoradio. Dann nämlich hätten die Fahrer in den fünf Tagen daraus sicher irgendwann den Schlager von Charles Trenet aus dem Jahr 1959 über die Straße herausgeholt: “Man ist glücklich auf der Route Nationale 7”, sang Trenet damals, trällerte über die Olivenbäume am Straßenrand, den Himmel darüber und die Sonne im Herzen. Ein Hit. Es blieb nicht der einzige über die Kultstraße.

Warum die beiden Autoren nicht mit einem Citroën DS 19 oder Peugeot 404 unterwegs waren? Kröher sagt, sie hätten auf der Strecke, die heute von vielen französischen Nostalgikern in ihren einheimischen Oldtimern befahren wird, mit dem Kapitän ganz bewusst zeigen wollen, dass sie aus dem Ausland, aus Deutschland gekommen seien. Dabei dürfte das freundliche Gesicht auch damals auf der Nationale 7 kein unbekanntes gewesen sein. Der Kapitän, die Oberklassen-Limousine, war in den 50er-Jahren zeitweise der am drittmeisten verkaufte Autotyp in Deutschland, hinter dem VW Käfer und dem Opel Rekord, und zwei Drittel der Produktion gingen ins europäische Ausland.

Klassiker, zu denen die Highways niemals aufrücken werden

Beliebt war die Strecke sowieso auch bei Urlaubern in Deutschland, wo es an legendären Landstraßen eher mangelte. Wer hier nach dem Krieg in den Süden in die Ferien wollte, dem standen von Anfang an Autobahnen zur Verfügung, und die hatten noch nie Charme. Gab es je ein sehnsüchtiges Lied über die “Hafraba”, die Autobahn von den Hansestädten über Frankfurt nach Basel? Oder über Bundesstraßen wie die B 3, die zu Beginn wenigstens noch manche Lücke im vierspurigen Netz zweispurig schließen mussten?

Sie blieben ohne Glanz, nie wurde eine deutsche Fernstraße mit der Route 66 durch die USA verglichen, die Nationale 7 dagegen immer wieder. Erst vor Kurzem führte die “Washington Post” in einer Reportage die Parallelität an. Auch der alte amerikanische Highway ist Kult, in einem Land, in dem die großen Roadmovies wie “Easy Rider”, “Paris, Texas” oder “Wild at Heart” eben die guten alten zweispurigen Straßen in Szene setzen, jene Klassiker, zu denen die Highways niemals aufrücken werden.

Kurz vor dem Ende der RN 7 schossen die Autoren noch ein Foto vom Hauptdarsteller, ihrem Kapitän, vor dem Schloss in Villefranche-sur-Mer, in dem die Rolling Stones Songs schrieben und Joints rauchten. Das war Anfang der Siebziger, als die Kultstraße zur Geschichte wurde. Wenige Kilometer später war auch damals Schluss, am Meer oberhalb von Menton. Hier stand – und steht immer noch – der letzte rot-weiße Kilometerstein, der das Ende markierte – und den Start zurück nach Paris.

Homepage:

www.welt.de/reise/nah/article141377201/Im-alten-Opel-Kapitaen-ueber-die-Route-66-Europas.html

Mexiko: Schon mal mit einem Walhai geschnorchelt?

§ May 29th, 2015 § Filed under Reise / Urlaub § Tagged Comments Off on Mexiko: Schon mal mit einem Walhai geschnorchelt?

Es ist ein einzigartiges Spektakel, das sich in den Sommermonaten vor der Küste der mexikanischen Halbinsel Cancún abspielt: Jeden Morgen steigen Hunderte hungriger Walhaie hoch zur Wasseroberfläche, um Nahrung zu suchen. Gleichzeitig machen sich Hunderte von Touristen in mehr als 200 Booten auf den Weg zu den Fressplätzen vor den Inseln Isla Holbox, Isla Contoy und Isla Mujeres. Dort springen sie mit Schnorchelausrüstung zu den Tieren ins Wasser – mit noch unbekannten Folgen für die Meeresfauna.

Das Seegebiet zwischen dem Golf von Mexiko und der Karibik ist nach Angaben des mexikanischen Meeresbiologen Francesco Molina einer der reichsten Fressplätze des Meeres weltweit. Hier gelangen riesige Planktonmengen aus den kalten Regionen des Atlantiks an die Oberfläche und gedeihen dort prächtig. Und so kommen alle, um zu fressen: Sardinen, Thunfische, Marline, Delfine, Haie, Mantarochen – und eben die Walhaie.

Den Walhai-Tourismus in Mexiko gibt es erst seit wenigen Jahren. “Die Fischer wussten schon seit Langem von den Walhaien, aber sie haben sie nicht gefangen”, sagt ein Pionier des Hai-Tourismus von der Isla Mujeres, Nacho Peon. “Denn sie orientierten sich an ihnen, um ihre Netze auszuwerfen. Sie wussten, wo die Haie sind, da gibt es Plankton und viele andere Fische.”

Paradiesische Zustände

Zu finden sind die Haie leicht, weil ihre Rücken- und Schwanzflossen aus dem Wasser ragen. Im Jahr 2002 fuhren die ersten Boote mit Touristen zu den Walhaien nördlich der Inseln Holbox und Contoy an der Nordspitze Yucatáns. Es waren paradiesische Zustände mit drei oder vier Booten und maximal 40 Gästen täglich. Heute sind es mehr als 200 Boote und bis zu 2300 Touristen.

 

 

Die Zeiten, in denen mehr oder weniger professionelle Taucher mit sich und den Haien allein waren, sind vorbei. An einem guten Tag bringen die Touren einen Umsatz von bis zu 400.000 US-Dollar. Nach Angaben des Umweltministeriums sind im Walhaigeschäft bisher 750 direkte Arbeitsplätze entstanden.

Die Fahrten zu den “Dominos” – so nennen die Fischer die Walhaie wegen der Punkte auf dem Rücken – sind zu einer der großen Attraktionen in der mexikanischen Karibik geworden. Eigentlich sind die Walhaie, die bis zu 16 Meter lang werden können, Einzelgänger. Sie leben in tropischen Meeren rund um den Globus und ernähren sich hauptsächlich von Plankton und Fischeiern. In anderen Weltgegenden werden sie mit Futter angelockt, damit die Touristen einzelne Exemplare zu sehen bekommen. In Cancún ist das nicht nötig.

Auswirkungen des Tourismus

Hier, wo sich die Gewässer des Golfs von Mexiko und der Karibik mischen, tummeln sich die Walhaie von Mai bis September. Der Biologe Rafael de la Parra hat im August 2009 bei einem Überflug an einem einzigen Tag 420 Exemplare gezählt. “Es ist die größte Ansammlung, die weltweit je gesichtet wurde”, sagt er. Die größte Anzahl an Mantarochen, die er dort antraf, lag bei 350. Gleichzeitig weiß de la Parra um die Auswirkungen des Tourismus: “Es sind zu viele Boote, die die Haie stören.” An manchen Tagen werden sie von Schwimmern regelrecht bedrängt.

“Die Fische sind gutmütig, von einzelnen Schnorchlern lassen sie sich nicht von der Nahrungsaufnahme abhalten”, sagt der Fachmann. “Im Grunde sind sie gigantische Ansaugmaschinen, die die winzigen Planktonteilchen filtern.” Wenn man die Tiere aber berührt oder wenn sie von einem Boot angestoßen würden, tauchten sie ab. Dadurch könne die Nahrungsaufnahme unterbrochen werden.

“Eine unzureichende Ernährung vermindert die Fähigkeit der Tiere, zu wachsen und sich zu vermehren”, sagt Francisco Remolina, ehemaliger Direktor des Nationalparks Isla Contoy, in dem sich das Schwimmen mit den Walhaien abspielt. “Dadurch werden beide Spezies, Walhaie und Riesenrochen, in ihrem Bestand gefährdet.”

Verhaltensregeln auf dem Meer

Die mexikanischen Behörden denken darüber nach, wie die touristischen Aktivitäten so organisiert werden können, dass die Tierwelt im Meer möglichst keinen Schaden nimmt, die Fischer ihr Auskommen haben und die Touristikindustrie gute Geschäfte macht. “Das ist die Herausforderung”, sagt Mari Carmen García Rivas, die Direktorin des Nationalparks Isla Contoy.

Weniger Lizenzen, Boote und Schwimmer sowie eine strikte Einhaltung der Verhaltensregeln auf dem offenen Meer – darauf laufen die Überlegungen hinaus. “Wenn die maximale Zahl an Reservierungen erreicht ist, wird die Liste geschlossen”, sagte García. Sie hofft, dass sich das auch durchsetzen lässt.

Remolina, ihr Vorgänger, hat seine Zweifel, weil die Lizenzen von verschiedenen Institutionen vergeben werden. “Und das Problem ist, dass die Entscheider in Mexiko-Stadt sitzen.” Der Staat trage eine große Verantwortung. “Wenn wir es nicht schaffen, die Tiere zu schützen und mit ihnen das einzigartige Ökosystem, das wäre eine Schande von Weltmaßstab.”

 

Original-Artikel:

www.welt.de/reise/Fern/article141278969/Schon-mal-mit-einem-Walhai-geschnorchelt.html

Pannen in den Ferien: Na, wie war der Urlaub?

§ October 19th, 2014 § Filed under Reise / Urlaub § Tagged , Comments Off on Pannen in den Ferien: Na, wie war der Urlaub?

Regen, Mücken und Sonnenbrand. Weinende Kinder, streitende Freunde und die Unmöglichkeit, Zugtickets zu ergattern. Wer von den Ferien immer nur schwärmt, lügt oder hat Glück gehabt. SZ-Autoren und ihre schlimmsten Urlaubspannen.

Spaßterror

Ein Ferienhotel auf der kroatischen Insel Mali Lošinj, ein Stapel Bücher, es ist die herbeigesehnte oder auch nur herbeigeredete Entspannung. Doch irgendwann siegt die Versuchung: Die zehnjährigen Mädchen wollen auf die Reifen, die übers Wasser fliegen, was lustig aussieht, wenn man am Strand liegt. Der Kapitän des Motorboots deutet mahnend auf die Schwimmwesten; zwei gefallsüchtige Väter und zwei ahnungslose Töchter nehmen nach einer kurzen Instruktion (“alles easy”) ihre Plätze ein.

Und los geht die Fahrt mit dem Vierspänner, eher gemächlich, bis der nette Kroate, animiert vom Seegang, mal so richtig Gas gibt. In den Gesichtern der Mädchen, die gerade noch voller Begeisterung waren, spiegelt sich jetzt das blanke Entsetzen, wobei der Bootsführer das Kreischen als Zustimmung wertet, noch einen Gang zulegt und Wellenklatschen spielt. Eine Tochter jault fast so laut auf wie der Motor, das Gesicht voller Salzwasser und Tränen. Wie lautete doch der Kommentar der fränkischen Reisegruppe, die vor uns dran war? “Dodaaal abardig.”

Regnerischer Sommer in Italien Hallo! Sonne?

Je kürzer der Urlaub wird, umso perfekter muss er sein. Doch wenn es regnet, ist nichts locker. Nicht der Sand. Nicht die Leute. Besuch auf einem der größten Campingplätze der Adria – in einem Sommer, wie sie ihn dort noch nicht erlebt haben.

Nach endlosen 15 Minuten hat der Kapitän ein Einsehen und steuert den Strand an. Ein Vater hat blutige Ellbogen, weil er sich mit der Wucht eines Akkuschraubers in den Haltegriff des Gummitiers hineinmanifestiert hatte. Der andere versucht vergeblich, seine wimmernde Tochter zu besänftigen: War doch nur ein Spaß! Oh ja, unvergesslich.

Christian Mayer

Autopanne

Das Wohnmobil war fabrikneu. Wir hatten es für drei Wochen ausgeliehen, um damit den Rhein entlangzufahren, von der Quelle zur Mündung. So ein Haus auf Rädern ist ja eine prima Sache – solange man damit nicht einparken, rückwärtsfahren oder wenden muss. Beim ersten Rangierversuch stand leider ein Felsen im Weg. Beule Nummer eins. Das seitliche Einparken lief auch nicht so glatt. Beule Nummer zwei.

Die Allee in Düsseldorf war schön, aber die Äste der Platanen hingen dann doch tiefer als erwartet. Beule Nummer drei. Nach drei Wochen war ich so nervös, dass ich am liebsten nicht mehr anhalten wollte, vor lauter Angst vor der Beulenpest. Deshalb lehnte ich die Bitte meiner Kinder, auf dem Weg zur Rückgabestation bei McDonald’s zu halten, hartherzig ab. Wie sollte ich denn da bitte parken mit so einem Monster? Darauf der Vorschlag meiner schlauen Tochter: “Fahr doch durch den Drive-through!” Spitzenidee. Allerdings stellten wir fest, dass die Höhenbegrenzung ein paar Zentimeter unter der Gesamthöhe unseres Fahrzeugs lag – und zwar genau in dem Moment, als das Wohnmobil scheußlich knirschte und dann feststeckte.

Sommerurlaub in aller Welt Weg hier!

Die peinliche Szene, in der ich auf das Dach klettere und das abgerissene McDonalds-Schild vom Auto zerre, ist auf vielen Handy-Videos zu sehen, denn der Unfallort war schnell von mehreren Schulklassen umringt, die gerade aus ihren Bussen ausgestiegen waren. Beulen Nummer vier und fünf. Der Schadensbericht, den ich bei der Versicherung ablieferte, wird dort wahrscheinlich bei jedem bunten Abend zur Erheiterung vorgelesen.

Titus Arnu

Bettwanzen

Der Biss der Bettwanze wirkt spät. Erst Stunden nach dem Aufstehen fängt es an zu kribbeln, anfangs nur ein bisschen, am Ende würde man sich am liebsten die Haut abziehen. Die meisten Urlauber haben nur von den Biestern gehört, aber fast jeder Pilger lernt sie irgendwann kennen. Ich habe in der Meseta das Vergnügen, dem kargen spanischen Hochland, das den Jakobspilger kurz nach Burgos erwartet.

Die Übernachtung im Refugio kostet wie immer nur ein paar Euro, ist angesichts der muffigen Laken und der Schnarchorgie der Bettnachbarn aber auch kein wirkliches Schnäppchen. Am nächsten Tag marschiere ich im Morgengrauen mit zwei dicken Kolumbianern los. Bei unserer ersten Kaffeepause setzt das Kribbeln ein. Kurz darauf fange ich an, mich zu kratzen. Gegen Mittag erklären die Dicken, dass sie jetzt lieber allein weiterlaufen würden.

Urlaubsziele der Deutschen Ballermann und Ballerfrau

Endlich Urlaub! Aber wohin? Fernreisen sind zwar ein beliebtes Partygespräch, doch im Normalfall heißt es für Deutsche eher “Malle” statt Malediven. Die Badewanne Mittelmeer lockt, auch in Krisenländern füllen sich die Hotels wieder.

Am Abend haben sich die aufgekratzten Stellen an Armen und Beinen in Verbindung mit der Sonnenmilch in dicke Pusteln verwandelt, aus denen abwechselnd Blut und eine wässrige Flüssigkeit laufen. Der Juckreiz: kaum auszuhalten. Er begleitet mich weiter. Bis Santiago de Compostela, etwa 500 Kilometer lang. Vielleicht kommen auch ständig neue Bisse dazu, keine Ahnung. Der Jakobsweg, heißt es, gibt jedem Pilger das, was er verdient.

Marc Felix Serrao

Unfall

Die Berliner Familie im Nachtzug nach Zürich, unterwegs in die Schweizer Alpen. Die Kinder schlafen, der siebenjährige Sohn mit seinem Panini-Album im Arm, es ist Fußballweltmeisterschaft. Plötzlich, der Zug steht gerade, ertönt ein Knall, gefolgt von Geschrei. Der Junge ist aus dem obersten Bett des Liegewagens gestürzt, Blut läuft vom Kopf in sein Deutschland-Trikot. Der Schaffner kommt, dann drei Sanitäter mit einer Trage.

Im Halbschlaf rafft die Familie ihr Gepäck zusammen, um die Weiterfahrt im Rettungswagen anzutreten. Für die Frage, wo man eigentlich sei, reicht es noch. Auf dem Bahnhof Mannheim, was sich später als die Unfallursache herausstellen wird. Dort rangiert der Nachtzug, was wohl mit einer Wucht geschah, dass es den Jungen aus dem Bett katapultierte. Statt auf die Bergstation geht es für die Berliner Familie nun stationär ins Krankenhaus. Die Diagnose ist schnell gestellt, Verdacht auf Gehirnerschütterung.

Die Ärztin sagt, dass der Junge eine Woche nicht in die Sonne und keinen Sport machen dürfe. Und Fernsehen sei bei Gehirnerschütterung kontraindiziert. Es ist 3.41 Uhr morgens im Universitätsklinikum Mannheim, der erste Ferientag, der Tag des Finales der Fußballweltmeisterschaft. Und noch bevor die Ärztin die Worte “absolutes Fernsehverbot” fertig ausgesprochen hat und das Geheul eines siebenjährigen Jungen das Krankenzimmer erfüllt, ist klar, dass die Therapie des Problems das noch viel größere Problem sein würde.

Verena Mayer

Ticketprobleme

Wir betreten die Schalterhalle des Lissaboner Bahnhofs Santa Apolónia gegen 19 Uhr mit der Absicht, Fahrkarten für einen Nachtzug zu kaufen, der um 21.18 Uhr ins französische Hendaye fährt. Über das Strebertum, so zeitig da zu sein, hat sich ein Mitreisender da schon weidlich lustig gemacht. Sechs Schalter haben geöffnet, vier für “Inland”, zwei für “Ausland”.

Postkarten aus dem Urlaub “Bunt und kitschig muss es sein”

Boris Hesse bringt die Hälfte aller Ansichtskarten heraus, die in Deutschland gekauft werden. Ein Gespräch darüber, weshalb amerikanische Touristen nicht ans Meer fahren, Japaner den Rhein lieben und Angela Merkel auf Postkarten nicht laufen würde. SZ-Magazin

Vor den Auslandsschaltern drängen sich etwa achtzig Leute, viele Interrailer. Vor den Inlandsschaltern drängt sich: niemand. Die einsamen Mitarbeiter sagen höflich: “Für Auslandskarten wenden Sie sich bitte an unsere Auslandsschalter.” Im Verlauf der nächsten Stunde gelingt es den beiden Fachverkäufern für Schienenfernreisen, locker elf, zwölf Kunden zu bedienen. Weil es so gut vorangeht, macht um 20 Uhr einer der Auslandsschalter zu.

Um 21.17 Uhr flehen Dutzende Deutsche, Engländer und Italiener den Schaffner des Sud-Expresso an, doch bitte auch ohne Ticket einsteigen zu dürfen. Der Mann erklärt sachlich, aber bestimmt, dass man in seinem Land fürs Zugfahren Fahrkarten brauche. Nach einem Regenguss ist der Abend in Lissabon dann angenehm mild und der gegrillte Hammel ausgezeichnet.

Roman Deininger

Gruppenkoller

In dem Streit ging es oberflächlich darum, dass die eine Mutter eine Tierschützermutter ist und der Vater einer anderen Familie findet, dass Tiere vor allem erst mal stinken. Unter der Oberfläche ging es darum, dass drei Elternpaare und acht Kinder seit zehn Tagen in einem Haus am Strand festsaßen, Italien, Regen, dünne Wände. Nachts Mücken, wimmernde Babys, irgendwelche Tiere unterm Dach. Warum noch mal macht man das mit dem Verreisen?

Am letzten Abend kann man jedenfalls immerhin draußen essen. Die Kinder toben im vermatschten Garten, überhaupt, die Kinder lieben sich in diesem Urlaub, die können das ja mit der Enge. Die Eltern trinken Wein und schweigen, zwischendurch atmen sie tief, laut durch. Dann schleicht ein Tier in der Dunkelheit herum. Marder? Katze? Was Größeres? Die eine Mutter stellt eilig einen Speiseresteteller für das Tier zusammen, während der andere Vater aufspringt, in die Küche rennt und mit der Riesenwasserpumpgun bewaffnet brüllend in den Garten stürmt. “Jetzt hab ich dich! Gib Ruhe, du Stück!”, schreit der Vater und spritzt wild um sich. “Tiermörder! Du bist ein Tiermörder!”, schreit die Mutter und springt auf.

Der Streit eskaliert dann im Laufe des Abends über mehrere Stufen. Es wird gestritten, wie unter Erwachsenen im Grunde überhaupt nicht mehr gestritten wird. Laut, gemein, persönlich, grundsätzlich, nachtragend, alle durcheinander. Alle schlafen tief in dieser Nacht. Am nächsten Tag fahren sie aufgeregt nach Haus. Im Auto fragen die Kinder, ob sie nun nie mehr mit ihren Freunden in den Urlaub fahren werden.

Dieses Jahr waren wir alle zusammen im Allgäu. Vor dem Haus grasten Kühe. Es war viel zu kalt für Wasserpumpguns. Aber es war wunderschön.

Vera Schroeder

Miese Küche

Es sollte so richtig die große Cucina Italiana werden – zwei Wochen Süditalien, ein tolles Haus, vier begeisterte Esser und jeden Tag auf den Markt! Deshalb wählten wir den Erntemonat September als Reisetermin ins Cilento, suchten schon ein Jahr vorher das perfekte Ferienhaus. Nach Wochen abendlichen Abwägens war die Wahl auf ein großes Haus am Hang gefallen, teuer, aber freie Sicht aufs Meer und drei Terrassen mit Zitronenbäumen und Rosmarinrabatten. Wir packten viele Kochbücher und wenige Klamotten ein, schließlich hatte es noch 27 Grad, und fuhren dann sehr lange in eine Richtung, nicht ohne dabei schon den ein oder anderen Marktstand zu plündern.

Schlechte Aussichten, tolle Leserfotos Hotel Tristesse

Das Haus war prächtig, die Terrasse groß, die Zitronenbäume vorhanden, das war aber auch das einzige kulinarische Entgegenkommen. Die Küche, die auf den Fotos großzügig gewirkt hatte, war klein und vollgestellt, der Gasherd funktionierte nur zur Hälfte, es gab keine Schneidbretter und, unfassbar, nicht mal richtige Gläser. Dem Grill fehlte der Rost, dafür rostete der Backofen, und das Wasser im Spülbecken lief nicht ab. Darüber hing ein Schild, das auf Deutsch die Hausregel ausgab: “Bitte werfen Sie den Mull in den Ort”.

Da standen wir, mit Kisten voll Tomaten und einer tropfenden Tüte mit frischen Rotbarben und hatten nicht mal ein Schneidebrett. Eine abgebrochene Türklinke, einen Skorpion unterm Sofa und zwei Nächte in einem kollabierenden Bett später wussten wir, wie mit der neuen Situation umzugehen war: Wir gingen einfach nicht mehr ins Haus. Blieben von morgens bis abends im Garten und zogen um zehn Uhr nachts runter in die Restaurants. Nächstes Mal reicht wieder ein Zelt!

Max Scharnigg

 

Zuerst veröffentlicht auf:

http://www.sueddeutsche.de/reise/

Prima Klima: Der Traum vom Süden erfüllt sich am Bodensee

§ September 15th, 2014 § Filed under Reise / Urlaub § Tagged , Comments Off on Prima Klima: Der Traum vom Süden erfüllt sich am Bodensee

“Eine große Wasserfläche, die wie ein Stück Himmel aussieht, in Erde gerahmt, um Gott als Spiegel zu dienen”, so beschrieb Alexandre Dumas Anfang des 19. Jahrhunderts den Bodensee.

Rund darf man sich den göttlichen Spiegel allerdings nicht vorstellen, denn der See ist lang gestreckt, mit fjordähnlichen Verzweigungen. “Wie versehentlich hingegossen wirkt der See”, sagt die Schriftstellerin Alissa Walser. “Als habe der liebe Gott ihn an einem Silvesterabend beim Bleigießen erschaffen.”

Monsieur Dumas möchte man auch entgegenhalten, dass Deutschlands Südsee von mehr als nur Erde gerahmt ist, nämlich von Bäumen, Hügeln und blühenden Gartenlandschaften, sogar von Palmen, von uralten Klöstern und Schlössern in einer wahrlich himmlischen Komposition.

Als Hermann Hesse 1903 einen Freund am Bodensee besuchte, schrieb er in einem Brief: “Es war ganz herrlich, und ich sah unendlich viel Schönes. Die Rathäuser in Überlingen und Konstanz, das Schloss in Meersburg, die Kirchen der Reichenau und die alte Kanzlei in Überlingen gehören zum Allerschönsten, was ich je gesehen habe.”

Mediterranes Klima

Die Region um den See hat ein mildes, mediterranes und im Sommer fast schwüles Klima. Das liegt auch an der schützenden Lage vor den Alpen. Hier gedeihen Weinreben, Rhododendren und Palmen.

So schön war es hier nicht immer. Im Jahr 724 wagten der Wanderbischof Pirmin und 40 seiner Glaubensbrüder die Überfahrt auf die unbewohnte Insel Reichenau. Der Legende nach war sie von Dornengestrüpp bedeckt und von allerlei schrecklichem Gewürm bevölkert.

Hier gründete der Bischof das erste, noch aus Holz gebaute Kloster. Und als hätte der liebe Gott tatsächlich seine Hände im Spiel gehabt, nahm diese kleine Insel im Untersee, dem westlichen Teil des Bodensees, einen unglaublichen Aufschwung. Bereits am Ende des achten Jahrhunderts war das Kloster Reichenau eine der einflussreichsten Abteien im Reich Karls des Großen und entwickelte sich über drei Jahrhunderte zu einem der bedeutendsten geistigen und kulturellen Zentren Europas.

Katzenminze, Eberraute, Schafgarbe

“Wenn der Reichenauer Abt in kaiserlichem Auftrag zum Papst nach Rom reiste, konnte er nach jeder anstrengenden Tagesetappe auf eigenem Territorium übernachten”, sagt die Insulanerin Ingrid Günther, “auch Pavia und Verona gehörten damals durch Schenkungen zur Reichenau.”

Verbindungen in südliche Gefilde gab es also schon lange. Sie steht in einem Kräutergarten vor der Klostermauer, der zurückgeht auf das Jahr 830, als der Dichtermönch und Botaniker Walahfrid Strabo (der “Schielende”) ihn anlegte. Er züchtete hier 24 Heilkräuter, Küchen- und Zierpflanzen und beschrieb sie in 444 Versen – die Wiege der europäischen Gartenbaukultur.

Ingrid Günther geht zwischen den Beeten umher, erklärt Katzenminze, Eberraute, Schafgarbe und zitiert Strabos Vers über Liebstöckel: “In der Hochzeitsnacht der Braut unters Laken gelegt, und das Notwendigste ist getan.” Des Dichtermönchs grüner Daumen war die Grundlage für die Gartenkultur auf der Insel, heute ist die Reichenau Deutschlands südlichster Gemüsegarten, etwa 12.000 Tonnen werden hier jährlich geerntet.

Auch Karin und Gottfried Böhler waren früher Gemüsegärtner, bis sie vor 14 Jahren begannen, ihr 2500 Quadratmeter großes Grundstück direkt am See in ein mediterranes Gartenparadies zu verwandeln. Zwischen Hortensien, Rosen und blühenden Bäumen sind Skulpturen und marmorne Brunnen platziert, darüber ein blauer Sommerhimmel und südliche Wärme – man wähnt sich glatt in Italien. Zumal etwas typisch Deutsches fehlt: Gartenzäune.

“So was mögen wir auf der Reichenau nicht”, sagt Karin Böhler und lacht. Besucher sind willkommen, auf der Insel hat man dafür eigens das “Garten-Rendezvous” erfunden. Zu dem laden die Besitzer von insgesamt 42 Gärten oder Parkanlagen am Untersee ein.

Hesse und sein liebster Zeitvertreib

Darunter ist auch der erste und einzige Garten, den Hermann Hesse je selbst geplant und angelegt hat. Zwischen 1904 und 1912 lebte der frisch verheiratete Schriftsteller in Gaienhofen auf der Halbinsel Höri am Bodensee, anfangs in einem einfachen Bauernhaus ohne fließendes Wasser und Strom.

Nach drei Jahren zog er in ein Landhaus mit acht Zimmern und freiem Blick über den See bis zum Konstanzer Münsterturm. Zum Anwesen gehörte ein Garten, bald Hesses liebster Zeitvertreib. “Es ist etwas von Schöpferlust und Schöpferübermut beim Gartenbau”, notierte er. “Man kann ein kleines Stück Erde nach seinem Kopf und Willen gestalten, man kann sich für den Sommer Lieblingsfrüchte, Lieblingsfarben, Lieblingsdüfte schaffen. Man kann ein kleines Beet, ein paar Quadratmeter nackten Bodens zu einem lachenden Gewoge von Farben machen.”

Nach jahrzehntelanger Verwahrlosung ist Hesses Baum-Blumen-Heil-und-Nutzpflanzen-Garten nun wiederhergestellt worden. Auf der Halbinsel Höri kann man auch Haus und Garten des Künstlers Otto Dix besuchen, der 1933 als einer der ersten Kunstprofessoren von den Nationalsozialisten entlassen worden war und am Schweizer Ufer des Bodensees sein unfreiwilliges Exil fand. “Ein schönes Paradies”, bemerkte er sarkastisch. “Zum Kotzen schön. Ich stehe vor der Landschaft wie eine Kuh.” Und blieb dann doch sein Leben lang.

Wie Mainau zur Blumeninsel wurde

Auch Mainau, Deutschlands zweite Bodenseeinsel, ist ein schönes Stück Süden. Riesige Zeder- und Mammutbäume umstehen eine Wiese, bunt getupft von Blümchenstreifen. Die Umgestaltung der Mainau zur Blumeninsel begann 1932, als dem jungen Grafen Lennart Bernadotte die Insel von seinem Vater Wilhelm von Schweden zur Verwaltung übertragen wurde.

Der 23-Jährige verzichtete der Liebe wegen auf eine mögliche Thronfolge, heiratete eine Bürgerliche und widmete sich fortan mit Leidenschaft seinem 45-Hektar-Garten. Seit seinem Tod 2004 führen seine Kinder aus zweiter Ehe, Gräfin Bettina und Graf Björn Bernadotte, sein Lebenswerk fort, heute ein Unternehmen mit 300 Mitarbeitern, von denen 60 für den Garten zuständig sind, mit jährlich bis zu anderthalb Millionen Besuchern.

Die verlustieren sich in gestalteter Natur mit überraschenden Blickpunkten und mediterranen Aussichten. Staunend steht man vor der italienischen Blumen-Wassertreppe, die sich bis zum See hinunterzieht, bewundert die Rosenpracht und die von Blumen überspannten Tierfiguren, die wiederum auf Blütenteppichen lagern.

Südseegefühle am Bodensee

Regelmäßig werden auch Mottogärten angelegt, etwa 2012 der Mauritiuspark mit echten Kokospalmen, der Südseegefühle aufkommen lässt – bis die Palmen dann zum Überwintern in die Inselgärtnerei gebracht werden.

Auf der Mainau wachsen natürlich auch Zitronenbäume. Unweigerlich kommt einem bei ihrem Anblick ein Vers von Johann Wolfgang von Goethe in den Sinn: “Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn, im dunkeln Laub die Goldorangen glühn, ein sanfter Wind vom blauen Himmel weht, die Myrthe still und hoch der Lorbeer steht, kennst du es wohl?”

Die Frage ist berechtigt. Denn als der Dichter 1782/83 diese Zeilen schrieb, kannte er Italien noch gar nicht. Was wiederum beweist, dass man nicht immer gleich nach Italien fahren muss, um südliche Gefühle aufkommen zu lassen. Eine Reise an den Bodensee tut es auch.

 

 

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Outdoorhändler: Abenteuerurlaub light im ersten Globetrotter-Hotel

§ September 14th, 2014 § Filed under Reise / Urlaub § Tagged , , , Comments Off on Outdoorhändler: Abenteuerurlaub light im ersten Globetrotter-Hotel

“Hören Sie mal.” Ganz still steht Andreas Bartmann auf dem Aussichtsturm der neu errichteten “Globetrotter Lodge” im schleswig-holsteinischen Ascheffel. Wolken ziehen über die sanfte Hügellandschaft des Naturparks Hüttener Berge und tauchen die umliegenden Felder und Seen in rasch wechselnde Farben. Aus der Ferne ist das leichte Grollen eines Gewitters zu hören, sonst aber dringt nur das Geräusch des Windes zu dem Turm hinauf. “Das ist es, was wir hier vermitteln wollen”, sagt Bartmann. “Unsere Gäste sollen einfach mal die Stille und die Natur erleben und das Getriebe der Großstadt vergessen.”

Gerade einmal eineinhalb Stunden Autofahrt von der Hamburger Innenstadt entfernt, hat der Geschäftsführer des Hamburger Outdoorhändlers Globetrotter das erste eigene Hotel der Kette errichten lassen. Ein nicht unerhebliches Wagnis für das Unternehmen, das sich sonst mit dem Verkauf von wetterfesten Jacken, Zelten, Schlafsäcken und anderen Ausrüstungsgegenständen für den Abenteuerurlauber befasst.

Die Idee zu dem ungewöhnlichen Projekt entstand vor gut fünf Jahren. “Ursprünglich wollten wir lediglich ein Weiterbildungs- und Trainingszentrum für unsere rund 1500 Mitarbeiter errichten”, erzählt Bartmann. “Dann aber haben wir uns – nicht zuletzt auch aus Kostengründen – dazu entschlossen, das Haus auch für private Urlauber und die Mitarbeiter anderer Firmen zu öffnen.”

Klettern, paddeln und im Wald campen

Rund elf Millionen Euro hat der Bau auf dem knapp 100 Meter hohen Aschberg westlich von Eckernförde gekostet, deutlich mehr, als die Hamburger ursprünglich veranschlagt hatten. Mehrere Jahre dauerte die Bauzeit, während der eine ganze Reihe technischer Probleme gelöst werden mussten. “Bevor wir kamen, gab es hier so gut wie nichts”, sagt Bartmann. Selbst um die Stromversorgung und ein eigenes Pumpensystem mussten sich die Hamburger kümmern, um sicherzustellen, dass der hohe Wasserbedarf des Hotels nicht die Trinkwasserversorgung in den umliegenden Orten beeinträchtigt.

Die “Globetrotter Lodge” ist regelrecht in den Aschberg hineingebaut, überall haben die Architekten auf eine möglichst enge Verbindung zur Natur geachtet. Holz, Stein und Glas dominieren in den betont schlicht gehaltenen Gebäuden, bodentiefe Fenster in den 30 Doppelzimmern erlauben einen unverstellten Blick auf die Landschaft. “In den Morgenstunden lassen sich vom Bett aus die Rehe auf der gegenüberliegenden Wiese beobachten”, sagt der Globetrotter-Chef.

Private Urlauber wollen die Hamburger aber nicht nur mit solchen Naturbeobachtungen anlocken, sondern auch mit zahlreichen Outdoor-Aktivitäten, die zum Abenteurer-Image des Handelsunternehmens passen. So wird die Rückseite des Aussichtsturm von einer durchsichtigen Kletterwand dominiert, über die Gäste den Betreibern wortwörtlich aufs Dach steigen können. Das Unternehmen unterhält an der nahe gelegenen Schlei auch eine kleine Flotte aus Kutterseglern, die für kurze Törns gemietet werden können, es gibt Paddelkurse auf den umliegenden Seen oder auch die Möglichkeit, den Aufenthalt im Hotel mit einer Übernachtung im Wald zu kombinieren – Abenteuerurlaub light.

Eine Lodge für anspruchsvolle Gäste

Firmen können Tagungen in der “Globetrotter Lodge” ebenfalls mit einem Segeltörn, einer Kanutour oder Orientierungswanderungen kombinieren. “Meetings laufen hier – mitten in der Natur – oft produktiver ab als in der hektischen Großstadt”, ist Bartmann überzeugt.

Insgesamt ist Globetrotter bestrebt, sich mit der Lodge im gehobenen Segment für anspruchsvolle Gäste zu etablieren, dafür sprechen auch die Übernachtungspreise von 120 Euro pro Doppelzimmer. Um darüber hinaus auch Jugendlichen mit schmalem Budget ein Angebot machen zu können, baut das Unternehmen gerade die alte Jugendherberge direkt neben dem Hotel zu einem Gästehaus mit insgesamt 50 Betten um. Hier soll eine Übernachtung künftig schon für 20 Euro zu haben sein.

Derzeit ist die “Globetrotter Lodge” zu etwa 75 Prozent ausgebucht, Geld verdient das Handelsunternehmen mit dem im Herbst vergangenen Jahres an den Start gegangenen Hotel allerdings noch nicht. “Das Projekt ist kein Selbstgänger”, gesteht der Globetrotter-Chef. “Mein Respekt gegenüber Hoteliers und Gastronomen ist in den vergangenen Monaten stark gewachsen.” Er selbst habe eine “steile Lernkurve” hinter sich.

Lernen mussten die Hamburger beispielsweise, dass die Durchschnittsbons im hoteleigenen Restaurant mit 20 Euro deutlich unter denen liegen, die sie aus dem Einzelhandel gewohnt sind. “Wir müssen schon enorme Mengen an Essen ausgeben, um überhaupt auf unsere Kosten zu kommen”, meint Bartmann. Im Wesentlichen sei das ein Zusatzgeschäft – trotz der 1200 Tagesgäste, die an einem guten Wochenende auf den Aschberg strömen und von dem frei zugänglichen Aussichtsturm den Blick über die Landschaft schweifen lassen.

Wachsende Konkurrenz im Outdoorgeschäft

“Letztlich wollen wir mit dem Hotel keine großen Gewinne erwirtschaften, wir wollen aber auch kein Geld verbrennen”, erklärt Bartmann. Allzu lange wird er sich die Verluste jedenfalls nicht leisten können und wollen, denn der Handelskette geht es angesichts der wachsenden Online-Konkurrenz im Outdoorgeschäft und einer allgemeinen Sättigung im Markt alles andere als rosig.

Nach zweistelligen Zuwachsraten in der Vergangenheit rechnet Bartmann in diesem Jahr insgesamt nur mit einem leichten Umsatzplus, im Internethandel mit einer Stagnation. Wegen des hohen Konkurrenzdrucks und zugleich hoher Investitionen in neue Filialen ist das Unternehmen im vergangenen Geschäftsjahr leicht in die roten Zahlen gerutscht. “Auch im laufenden Jahr wird unser Ergebnis wohl noch negativ ausfallen”, sagte der Geschäftsführer kürzlich. Eine Rückkehr in die Gewinnzone erwarte er erst wieder 2015.

Um Kosten zu senken, will Globetrotter in den kommenden zwölf Monaten auch die Logistikaktivitäten in Hamburg am Standort Höltigbaum konzentrieren. Der alte Standort am Bargkoppelstieg wird dafür aufgegeben. In diesem Zusammenhang soll auch die Unternehmenszentrale ins Gewerbegebiet am Höltigbaum umziehen. Ein Arbeitsplatzabbau ist mit den Maßnahmen laut Bartmann nicht verbunden.

 

Original:

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Diebe schnell chancenlos gemacht / Der ADAC gibt Tipps für einen sicheren Urlaub / ADAC Telefonaktion mit touristischen Informationen am 26. Juni 2014

§ June 30th, 2014 § Filed under Reise / Urlaub § Tagged , Comments Off on Diebe schnell chancenlos gemacht / Der ADAC gibt Tipps für einen sicheren Urlaub / ADAC Telefonaktion mit touristischen Informationen am 26. Juni 2014

München (ots) – Vor Beginn der Hauptreisesaison gibt der ADAC Tipps, wie sich Urlauber vor Dieben schützen können. Darüber hinaus beantworten die Reise-Experten des Clubs am 26. Juni 2014 telefonisch Fragen rund um die Ferien – angefangen von der Reiseplanung, über Rechtstipps bis hin zur Reiseapotheke.

Geld und Ausweis: Wertvoller Schmuck sollte nicht mit auf Reisen gehen und wichtige Dokumente in Kopie dabei sein, um bei Verlust schnell Ersatz zu erhalten. Ratsam ist es, die Servicenummer der Bank zu kennen, um beispielsweise schnell die gestohlene Kreditkarte sperren zu lassen. Es sollten immer nur kleine Bar-Beträge im Geldbeutel mitgeführt werden. Größere Beträge sowie Ausweise sind sicherer in einem Brustbeutel verwahrt. Beim Zahlen sollte ein Geldschein erst aus der Hand gegeben werden, wenn das Wechselgeld auf dem Tisch liegt.

Während der Fahrt und auf dem Parkplatz: Vorsicht, wenn Fremde versuchen, während der Fahrt auf Defekte am Auto aufmerksam zumachen. Nicht anhalten und zur Abschreckung vorgeben, per Handy mit der Polizei zu telefonieren. Gefährlich ist es, sich auf Parkplätzen von einem Fremden in ein Gespräch verwickeln zu lassen. Dies ist oft eine Betrugsmasche, bei der ein zweiter Dieb versucht, etwas aus dem Fahrzeug zu entwenden. Zudem sollte das Auto nach dem Abstellen auf dem Parkplatz immer kontrolliert werden, ob es nicht für eine spätere “Panne” manipuliert worden ist.

Gepäck: Koffer und Taschen sollen möglichst nur im Kofferraum transportiert und nach der Ankunft gleich ins Hotel gebracht werden. Wertgegenstände sind am sichersten im hoteleigenen Safe.

Stadt: Die Autotüren sollten bei der Fahrt durch die Stadt verriegelt sein. Fenster sind bei Ampelstopps nur etwas zu öffnen, damit nichts aus dem Fahrzeuginneren herausgezogen werden kann. Am sichersten werden Autos auf bewachten Parkplätzen oder Garagen geparkt. Für die Fahrt in die Innenstadt sind Taxi und öffentliche Verkehrsmittel ratsam.

Camping: Zum Übernachten im Campingfahrzeug sollte ein Campingplatz oder ein belebter Parkplatz nahe eines Restaurants angefahren werden. Beim Übernachten außerhalb von Campingplätzen sollten Fenster und Türen geschlossen und die Diebstahlsicherung eingeschaltet sein. Ratsam ist es die Fahrerhaustür zusätzlich von innen – etwa mit einem Spanngurt – zu sichern. Gegen Überfälle mit Betäubungsgas helfen Warngeräte aus dem Fachhandel. Extra-Tipp für Wohnmobilisten: Wer den Zündschlüssel im Schloss stecken lässt und entsprechend parkt, kann im Notfall schnell, ohne zu rangieren, losfahren.

Notruf: Unter der ADAC Auslandsnotruf-Nummer 0049/89 – 22 22 22 gibt es immer Hilfe. Empfehlenswert ist es zudem sich die Adressen der deutschen Botschaft oder des deutschen Konsulats im Ausland zu notieren.

Telefonaktion: Damit Urlauber zu allen touristischen Themen des ADAC weitere Fragen stellen können, führt der ADAC am 26. Juni 2014 eine Telefonaktion durch. Reise-Experten des ADAC geben an diesem Tag von 10 bis 19 Uhr Auskunft. Informationen zum internationalen Verkehrsrecht, wie dem richtigen Verhalten bei Verkehrsverstößen und Unfällen im Ausland, werden unter der Telefonnummer 089/ 7676 3180 gegeben. Antworten zum Thema Reiserecht, wie Stornierung und Umbuchung erhalten Interessierte unter 089/ 7676 3181. Geht es um die Urlaubskasse, u. a. den sinnvollen Mix aus Bargeld, Kreditkarten und Schecks, dann ist die Telefonnummer 089/ 7676 3182 zu wählen. Was in die Reiseapotheke gehört und welche Impfungen erforderlich sind, erfahren Urlauber unter 089/ 7676 3183. Für touristische Themen, wie Routenempfehlung, Maut und Einreise, ist die Telefonnummer 089/ 7676 3184 geschaltet. Sollten alle Nummern besetzt sein, kann die Anfrage an die Mailadresse urlaub@adac.de gerichtet werden.

Weitere Auskünfte zu dem Thema erhalten Urlauber auf der Homepage des ADAC und in den Geschäftsstellen sowie unter der kostenfreien Servicenummer 0800/ 5 10 11 12. Der Club hält dort auch zahlreiche wertvolle Informationen für die Reise parat, ob Routenplanung oder Tourentipps, ob Fragen rund um Camping oder Wassersport.

 


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www.presseportal.de

Fünf neue Sterne für Gstaad / The Alpina Gstaad hat eröffnet

§ April 24th, 2014 § Filed under Reise / Urlaub Comments Off on Fünf neue Sterne für Gstaad / The Alpina Gstaad hat eröffnet

Gstaad (ots) – Mit einer rauschenden Eröffnungsfeier ist am 1. Dezember der Startschuss für The Alpina Gstaad gefallen. Es ist das erste neue Luxushotel, das in Gstaad seit 100 Jahren realisiert wurde. Bereits mit seiner Eröffnung erfreut es sich der bestmöglichsten Auszeichnung als Fünf-Sterne-Superior-Hotel durch den renommierten Verband “hotelleriesuisse”. § Read the rest of this entry…

Luxury Travel & Business Travel Industry – Strong, Challenging Market Growth Recovery

§ April 21st, 2014 § Filed under Reise / Urlaub § Tagged , , Comments Off on Luxury Travel & Business Travel Industry – Strong, Challenging Market Growth Recovery



Luxury Travel & Business Travel Industry – Strong, Challenging Market Growth Recovery (via PR Newswire)

DALLAS, May 25, 2012 /PRNewswire/ — ReportsnReports.com adds new market research reports on the Travel and Hospitality Industry to its store. These reports focus on the Luxury Travel and Business Travel segments and their status since the decline seen in 2009 as well as a five year forecast for both…

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Verband Internet Reisevertrieb e.V.:

§ April 20th, 2014 § Filed under Reise / Urlaub § Tagged , Comments Off on Verband Internet Reisevertrieb e.V.:

VIR-Vorstand Michael Buller

VIR-Vorstand Michael Buller

München, den 11. Mai 2012(w&p) – Vom Saulus zum Paulus: Als haltlos und von der Intention durchschaubar betrachtet der Verband Internet Reisevertrieb e.V. (VIR) die jüngste Erklärung von Unister zur angeblichen Buchungspraxis von Online-Flugportalen mit eingebundener Stichprobe bei 18 Mitbewerbern. § Read the rest of this entry…

TÜV Rheinland: Sicher fliegen mit kleinen Kindern nur im geeigneten Kindersitz

§ April 20th, 2014 § Filed under Luftfahrt § Tagged , Comments Off on TÜV Rheinland: Sicher fliegen mit kleinen Kindern nur im geeigneten Kindersitz

Köln (ots) – Flugzeuge sind nach wie vor eines der sichersten Verkehrsmittel. Rund 175 Millionen Menschen starteten oder landeten allein 2011 auf deutschen Flughäfen. Doch wer sich mit kleinen Kindern auf die Reise begibt, sollte in punkto Sicherheit einiges bedenken. Kleinkinder werden in vielen Flugzeugen mit dem sogenannten “Loop Belt” oder “Schlaufengurt” auf dem Schoß der Eltern festgeschnallt. Dieser Zusatzgurt wird in den Beckengurt des Erwachsenen eingefädelt und dann um das Kind herumgelegt. Damit wird das Kind auf dem Schoß des Erwachsenen fixiert. Kritisch, meint Martin Sperber, Luftfahrtexperte bei TÜV Rheinland: “Im Fall von Turbulenzen oder einer Notlandung können durch den Schlaufengurt immense Kräfte auf den Bauchraum der Kinder wirken und schwere innere Verletzungen hervorrufen.” Kinder nicht angeschnallt reisen zu lassen löst das Problem allerdings auch nicht. Tests zeigen, dass es für Eltern unmöglich ist, ihr Kind bei einem Crash festzuhalten – ganz wie im Auto. § Read the rest of this entry…

Lufthansa: Das ändert sich mit der neuen Airline für Fluggäste

§ April 19th, 2014 § Filed under Luftfahrt § Tagged , Comments Off on Lufthansa: Das ändert sich mit der neuen Airline für Fluggäste

In Zukunft soll eine neue Tochterfirma innerdeutsche und innereuropäische Strecken der Lufthansa übernehmen. Dadurch ändert sich für Passagiere einiges. Wir geben Antworten auf die wichtigsten Fragen.

In Zukunft soll eine neue Tochterfirma innerdeutsche und innereuropäische Strecken der Lufthansa übernehmen. Dadurch ändert sich für Passagiere einiges. Wir geben Antworten auf die wichtigsten Fragen. § Read the rest of this entry…

Richtig abschalten im Urlaub: Erholung ohne Handy / TÜV Rheinland: Handy und Laptop zuhause lassen / Falls nötig Vereinbarungen über Erreichbarkeit treffen / Urlaub richtig planen

§ April 19th, 2014 § Filed under Reisetipps § Tagged , Comments Off on Richtig abschalten im Urlaub: Erholung ohne Handy / TÜV Rheinland: Handy und Laptop zuhause lassen / Falls nötig Vereinbarungen über Erreichbarkeit treffen / Urlaub richtig planen

Köln (ots) – Ein Grund, warum immer mehr Menschen im Urlaub nicht richtig abschalten können, ist ihre ständige Erreichbarkeit. “Wer Mobiltelefon und Laptop im Urlaub anlässt, findet nicht den nötigen Abstand zum Alltag”, erklärt Dr. Ulrike Roth von TÜV Rheinland. Die Folge davon ist, dass die erhoffte Erholung nicht eintritt. Die Gesundheitsexpertin rät daher, Geschäftshandy und Laptop gar nicht erst mit in den Urlaub zu nehmen oder klare Vereinbarung über die Erreichbarkeit zu treffen. § Read the rest of this entry…

Die weltweit einzigartigen Stadtansichten Barcelonas

§ April 18th, 2014 § Filed under Reiseziele § Tagged , Comments Off on Die weltweit einzigartigen Stadtansichten Barcelonas

Barcelona ist ein dankbarer Kompromiss für Reiselustige, die einerseits die Nähe zum Meer wünschen, aber gleichermaßen nicht auf das Umfeld einer Großstadt verzichten wollen. Mit der unmittelbaren Nähe zum Mittelmeer haben Touristen hier die Möglichkeit, nach dem Einkaufen am Strand zu entspannen. Gleichermaßen verfügt die zweitgrößte Stadt Spaniens über enorm viele einzigartige kulturelle Angebote, die eben nicht nur Badeurlauber in die Stadt locken. Das wohl bedeutendste Erkennungsmerkmal ist die Kunstrichtung „Modernisme“, die das Stadtbild auf einzigartige Weise prägt und so zum Magnet vieler Reisender avancieren lässt.

Die Modernisme

Am einschlägigsten und auch etwas exzentrisch wurde Barcelona von der Architekturrichtung Modernisme geprägt. Hier gibt es mit Abstand die größte Anzahl von Bauten dieser Architekturrichtung weltweit. Diese Teilbewegung des Jugendstils wird auch als „Katalanischer Modernismus“ bezeichnet und leitet sich ab von der Abkehr des gotischen und neoromanischen Ästhetikempfindens der europäischen Bauweise. Von 1885 bis 1920 entstanden in Katalonien, aber vorwiegend und beispielhaft in Barcelona, epochale Bauten unter der Anleitung von Antonio Gaudi, Josep Puig i Cadafalch und Lluís Domènech i Montaner. Die Casa Milà, die Casa Vicens und die Sagrada Família gehören zu den meist besuchten Orten der Stadt. Auch der von Gaudi erdachte Park Güell ist an Raffinesse und Einzigartigkeit kaum zu übertreffen. Die Modernisme sollte das Dasein von Weltoffenheit und wirtschaftlicher Kraft bezeugen. Der Stil orientierte sich stark an den Grundsätzen der Natürlichkeit und Bewegung, was sich in den Baumaterialien und der umgesetzten Form widerspiegelte. § Read the rest of this entry…

Ostsee Kreuzfahrten bei jedem Wetter

§ April 18th, 2014 § Filed under Kreuzfahrten § Tagged , Comments Off on Ostsee Kreuzfahrten bei jedem Wetter

Traumerfüllung Ostsee Kreuzfahrten
In unserer heutigen Welt steht jeder einzelne unter hohem Druck und Stress. Man steht morgens auf fährt im Dunkeln zur Arbeit und kommt auch erst wenn es dunkel ist wieder nach Hause. Um dem allem zu entfliehen sind Ostsee Kreuzfahrten empfehlenswert. Auf diesen kann man sich es endlich mal gut gehen lassen und seinen Urlaub wieder genießen. Denn dafür ist Urlaub doch da – um sich vom Alltag zu erholen und einfach mal richtig zu relaxen. Darüber hinaus wollen sich viele in ihrem Leben zumindest einmal eine Kreuzfahrt gönnen und auch in diesem Punkt sind Ostsee Kreuzfahrten die optimale Wahl. Denn sie sind günstiger als Mittelmeerkreuzfahrten bieten aber die gleichen unvergesslichen und atemberaubenden Momente. § Read the rest of this entry…

Polen Masuren – unvergleichliche Natur

§ April 17th, 2014 § Filed under Reise / Urlaub § Tagged , Comments Off on Polen Masuren – unvergleichliche Natur

Quelle: online-artikel.de

 

Polen Masuren - Warsaw

Polen Masuren – Warsaw

 

Eine Reise nach Polen Masuren ist eine Reise in eine unvergleichliche unberührte Natur, die in vielen Nationalparks gepflegt wird. Die Reise Polen Masuren bietet an sieben Tagen im Grenzgebiet von Weißrussland und Polen einen prähistorischen Waldkomplex. Die Flüsse Prypec und Pina finden hier durch Kanalbauten zusammen und bieten damit eine Verbindung vom Baltischen bis zum Schwarzen Meer auf dem Wasserweg. Die Reisenden der Tour erkunden die Gegend zu Fuß, mit dem Kajak, dem Boot und gar mit einem Pferdefuhrwagen. Auf dem Weg vom Warschauer Hauptbahnhof, wo die Urlauber den Reiseleiter treffen, zum Hotel Bialowieski wird der heilige Berg Grabarka und das polnisch-orthodoxe Kloster besucht. § Read the rest of this entry…

Dänemark bietet viel Spaß

§ April 17th, 2014 § Filed under Reiseziele § Tagged , Comments Off on Dänemark bietet viel Spaß

 

Dänemark bietet viel Spaß

Urlaub im Norden Europas zu verbringen ist längst keine ausgefallene Idee mehr, sondern vielmehr ein Hobby welchem sich sehr viele Menschen hingeben. Besonders Dänemark hat hierbei eine Menge für Touristen und Urlauber aus aller Welt zu bieten, so dass es ohne Frage nicht überraschend kommen kann, dass viele diesen Weg einschlagen. Die Freundlichkeit der Personen, das tolle Angebot der Unterkünfte mit passenden Ferienhaus Dänemark Angeboten oder aber die Natur – dieses Land ist wahrlich sehr anziehend. § Read the rest of this entry…

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